Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Rechtsanwalt Kuckuckskind Rechtsanwälte | anwalt.de

Von einem Kuckuckskind spricht man umgangssprachlich, wenn ein Mann ein Kind großzieht, weil er sich selbst fälschlicherweise für dessen Erzeuger hält. Manche Männer haben aber Zweifel an ihrer Vaterschaft, weil ihnen das Kind überhaupt nicht ähnlich sieht. Andere erfahren z. B. im Rahmen einer Organspende, dass keine Verwandtschaft zwischen ihnen und „ihren" Kindern besteht.

Zu beachten ist jedoch, dass bei Zweifeln an der Vaterschaft kein heimlicher Vaterschaftstest - bei dem die DNA des Vaters mit der des Kindes verglichen wird - gemacht werden darf. Ein solcher würde nämlich vor Gericht keine Berücksichtigung finden. Des Weiteren begeht man mit einem heimlichen Vaterschaftstest eine Ordnungswidrigkeit, die zwar nicht mit einer Freiheitsstrafe, dafür aber mit einer nicht geringen Geldbuße geahndet wird, vgl. § 26 GenDG (Gendiagnostikgesetz). Nach § 1598a I 1 Nr. 1 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) kann der Mann aber von Mutter und dem angeblichen Kuckuckskind gerichtlich verlangen, bei der Klärung der Vaterschaft mitzuwirken. Sie wären dann z. B. verpflichtet, ihre Einwilligung zur Durchführung des Vaterschaftstests zu geben.

Kommt heraus, dass der Mann tatsächlich nicht der Erzeuger vom Kuckuckskind ist, folgt häufig die Trennung des Paares bzw. die Scheidung der Ehe. Außerdem gibt es Streit um den Unterhalt. Doch solange der Mann die Vaterschaft - die etwa aufgrund einer Vaterschaftsanerkennung oder der Geburt des Kindes während der Ehe mit der Kindsmutter nach § 1592 BGB besteht - nicht mittels einer Vaterschaftsklage anficht, muss er weiter Kindesunterhalt zahlen. Erst wenn gerichtlich festgestellt wurde, dass keine Verwandtschaft zwischen ihm und dem Kuckuckskind besteht, muss er keinen Unterhalt mehr zahlen, hat aber auch kein Sorgerecht bzw. Umgangsrecht mehr. Den bisher gezahlten Unterhalt für das Kuckuckskind kann er vom tatsächlichen Erzeuger im Rahmen von Schadenersatz zurückverlangen.

Übrigens: Hat eine Frau vor der Ehescheidung verschwiegen, dass der Exmann ein Kuckuckskind großgezogen hat, so ist darin ein besonders schwerwiegendes Fehlverhalten gegenüber dem Mann zu sehen. Nach § 1579 Nr. 7 BGB kann ihr deswegen der Ehegattenunterhalt beschränkt oder gar vollständig versagt werden.

(VOI)

Sie haben ein rechtliches Problem und suchen einen Anwalt in Ihrer Nähe, der Sie bei allen Fragen zum Thema Kuckuckskind umfassend berät? Bei anwalt.de finden Sie ganz einfach die passenden Anwälte für Ihr Rechtsproblem. anwalt.de – eines der führenden Unternehmen in Deutschland für moderne Rechtsberatung und Legal Tech.

Wählen Sie nachfolgend den gewünschten Ort in Ihrer Nähe aus und erhalten Sie eine Auflistung von Kanzleien, die zum Thema Kuckuckskind besondere Kenntnisse besitzen. Detaillierte Informationen zu Ihrem ausgewählten Anwalt oder Ihrer gewählten Anwältin finden Sie auf den einzelnen Kanzleiprofilen.

Rechtstipps von Anwälten zum Thema Kuckuckskind

Rechtstipps zum Thema Kuckuckskind vom anwalt.de Redaktionsteam

Die aktuellen Rechtstipps vom anwalt.de Redaktionsteam

Thema Kuckuckskind

ist Bestandteil des Rechtsgebiets Familienrecht