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Rechtsanwalt Patchworkfamilie Rechtsanwälte | anwalt.de

Eine Patchworkfamilie - oder auch Stieffamilie genannt - liegt immer vor, wenn mindestens ein Kind mit einem leiblichen Elternteil zusammenlebt, der eine neue Lebensgemeinschaft bzw. Lebenspartnerschaft eingegangen ist. Patchworkfamilien gab es eigentlich schon immer. Denn früher war die Sterblichkeitsrate niedriger; so starb ein Ehepartner im Kindsbett oder im Krieg. Daher wurde sehr oft wieder geheiratet. Heutzutage entsteht eine Patchworkfamilie jedoch hauptsächlich infolge der Scheidung oder Trennung eines Paares - so ist häusliche Gewalt ein wichtiger Trennungsgrund - und dem Eingehen einer neuen Lebensgemeinschaft.

Zu beachten ist aber, dass die Stiefkinder keine gesetzlichen Erben des Stiefelternteils sind. Selbst wenn dieser und der leibliche Elternteil heiraten, sind Stiefkind und Stiefelter nur verschwägert, nicht aber verwandt. Der Stiefelter kann das Kind aber im Testament oder im Erbvertrag als Erben einsetzen. Ferner hat das Stiefkind keinen Anspruch auf Unterhalt gegen den neuen Partner seines leiblichen Elternteils. Denn nur die leiblichen Eltern sind zur Zahlung von Kindesunterhalt verpflichtet. Demgegenüber hat der Stiefelter kein Sorgerecht und kann daher grundsätzlich nicht einmal Alltagsentscheidungen ohne Vollmacht der leiblichen Eltern treffen.

Häufig werden Kinder daher vom Stiefelter adoptiert, was aber laut dem deutschen Adoptionsrecht nur möglich ist, wenn der andere leibliche Elternteil zustimmt. Die dann existierende Verwandtschaft wird selbst durch eine Ehescheidung des Adoptivelternteils und des leiblichen Elternteils nicht mehr aufgehoben. Wird das Kind nicht adoptiert, obwohl der leibliche Elternteil seinen neuen Partner heiratet, ist die sog. Einbenennung nach § 1618 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) möglich, wonach das Kind endgültig den neuen Ehenamen seines leiblichen Elternteils annimmt. Der andere leibliche Elternteil und das Kind - sollte es älter als fünf Jahre sein - müssen dem aber zustimmen. Diese Zustimmung kann aber auch durch das Familiengericht ersetzt werden, sofern es dem Kindeswohl dient.

In einer Patchworkfamilie gibt es vor allem zu Beginn des Zusammenlebens viele Probleme. Man muss sich erst aneinander gewöhnen, fühlt sich als Kind schnell vernachlässigt. Wer z. B. bisher Einzelkind war, muss lernen, mit seinen Stiefgeschwistern oder Halbgeschwistern zurechtzukommen. Häufig sind Probleme in der Schule und ein schlechtes Zeugnis die Folge der neuen Lebensumstände. Das Nichtbestehen von Prüfungen kann sogar zum Sitzenbleiben des Kindes führen. Um die Kinder daher nicht noch weiter zu stressen oder Loyalitätskonflikte zu entfachen, sollten die leiblichen Eltern Streitigkeiten bzgl. Sorgerecht oder Unterhalt sachlich klären. Bei der Klärung der familienrechtlichen Probleme kann auch ein Mediator helfen.

(VOI)

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