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Mietnomade - was Sie wissen und beachten müssen!

  • 3 Minuten Lesezeit

Die wichtigsten Fakten

  • Mietnomaden sind Personen, die Immobilien mieten, jedoch nie die vereinbarte Miete entrichten.
  • Vermieter sollten potenzielle Mieter vor Abschluss des Mietvertrags sorgfältig überprüfen, um Mietnomaden möglichst im Vorfeld zu identifizieren.
  • Mietnomaden halten ihre Verpflichtungen aus dem abgeschlossenen Mietvertrag nicht ein.
  • Daher kann der Vermieter unter gewissen Voraussetzungen u. a. das Mietverhältnis kündigen, und falls nötig, einen gerichtlichen Räumungstitel erwirken.

Was ist ein Mietnomade?

Ein Mietnomade ist jemand, der eine Wohnung oder ein Haus bezieht, ohne dafür jemals die ausgemachte Miete zu zahlen. Man spricht auch von einem Einmietbetrüger. Häufig zieht er nach einiger Zeit weiter, um im nächsten Mietobjekt dasselbe Spiel abzuziehen.

Das Recht ist in solchen Fällen generell auf der Seite der Vermieter. Doch bis sie recht bekommen, sind die Mietnomaden, die durch dieses Miethopping häufig großen Schaden anrichten, längst verschwunden. Das Risiko, auf den Kosten für die Renovierung einer demolierten Immobilie oder auf Mietausfällen sitzen zu bleiben, ist daher hoch.

Wie kann man Mietnomaden im Vorfeld erkennen?

Als Vermieter sollte man Mietinteressenten vor Abschluss des Mietvertrags gründlich überprüfen. Auf diese Weise kann man Einmietbetrüger entlarven. Schließlich ist das effektivste Mittel gegen Mietnomaden, wenn man sie die Immobilie am besten gar nicht erst beziehen lässt.

Um sich zu schützen, sollten Vermieter:

  • vom Mietinteressenten eine Bonitätsauskunft verlangen (bei der Schufa oder Creditreform).
  • den Ausweis des potenziellen Mieters auf einen festen Wohnsitz hin kontrollieren (Mietnomaden besitzen oft keinen).
  • Kontakt mit dem letzten Vermieter des Mieters aufnehmen. Möchte der Mieter ihn nicht nennen, sollte man misstrauisch werden.
  • die Mietkaution in bar verlangen (anstelle einer Kautionsversicherung). Treten beim Mieter Liquiditätsprobleme zutage, sollte man ihm ebenfalls mit Misstrauen begegnen.
  • um auf Nummer sicher zu gehen, die Fälligkeit der ersten Mietzahlung auf einen Zeitpunkt vor der Wohnungsübergabe vorverlegen. Wenn der Mieter schon diese Erstzahlung nicht leistet, sollte man die Immobilie gar nicht erst übergeben.

Je deutlicher man solche Sicherheitsmaßnahmen ankündigt, umso mehr Wirkung entfalten sie im Regelfall. Zahlreiche Einmietbetrüger kann man so schon im Vorhinein erkennen oder abschrecken.

Welche Immobilien sind bei Mietnomaden besonders beliebt?

Generell existieren keine bestimmten Standardeigenschaften von Immobilien, die bei Mietnomaden besonders begehrt sind. Die Mietobjekte, die von Mietnomaden bezogen werden, sind äußerst verschiedenartig.

Folgende Immobilien wirken dennoch besonders anziehend auf Mietnomaden:

  • Immobilien in Städten mit hohem Leerstand. In solchen Fällen sind Vermieter besonders erfreut, wenn sich überhaupt Mietinteressenten melden. Das macht es Mietnomaden sehr leicht, eine Zusage zu erhalten.
  • Teure und große Wohnungen und Häuser in sehr guten Lagen. Da schon von vornherein klar ist, dass keine Miete gezahlt wird, spielt die Finanzierbarkeit für Mietnomaden bei der Immobilienauswahl keine Rolle.
  • Mietobjekte, die ohne Immobilienmakler vermietet werden. Privaten Vermietern kann man oft leichter etwas vormachen, weil sie meist keine standardisierten Prüfprozesse durchführen.

Wie wird man Mietnomaden wieder los?

Ein nicht zahlender Mieter kommt seinen Verpflichtungen aus dem bestehenden Mietvertrag nicht nach. Auf diese Weise verstößt er gegen geltendes Recht. Vermieter haben daher verschiedene Möglichkeiten, sich zu wehren.

Folgende Vorgehensweise ist empfehlenswert:

  • Wenn der Mieter einen Monat mit der Miete im Rückstand ist, kann er mit einer Frist von 10 Tagen abgemahnt werden.
  • Sollte diese Frist ohne Zahlungseingang verstreichen, ist es möglich, eine ordentliche Kündigung auszusprechen.
  • Eine außerordentliche Kündigung kommt infrage, wenn der Mieter über zwei Monate mit der Entrichtung eines nicht unerheblichen Teils der Miete im Verzug ist. Ist der Zeitraum des Mietverzugs über mehrere Monate ausgedehnt, muss die Gesamthöhe der ausgebliebenen Miete mindestens bei zwei ganzen Monatsmieten liegen. Die außerordentliche Kündigung kann fristlos erklärt werden.
  • Sie ist schriftlich zu erklären, die Begründung – namentlich der Zahlungsverzug – muss dabei angeführt werden.
  • Hilfsweise sollte zudem die ordentliche Kündigung erklärt werden, da der Mieter diese nicht durch eventuelle Nachzahlung des Mietrückstands abwenden kann.
  • Für die Räumung der Immobilie sollte ihm in der schriftlichen Kündigung eine Frist von 14 Tagen gewährt werden.
  • Reagiert der Mieter auf die fristlose Kündigung nicht, empfiehlt es sich, beim zuständigen Amtsgericht eine Räumungsklage einzureichen.
  • Als Nächstes kann bei Gericht der damit in Verbindung stehende Räumungstitel beantragt werden.
  • Wenn dieser Räumungstitel erwirkt ist, kann ein Gerichtsvollzieher mit dessen Vollstreckung beauftragt werden.
  • Da sich der Mieter durch die vorsätzliche Verursachung des Mietausfalls eines Einmietbetrugs schuldig gemacht hat, kann man dagegen auch strafrechtlich vorgehen, indem man Anzeige bei der Polizei, der Staatsanwaltschaft oder dem Amtsgericht erstattet.

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