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Abfindungsrechner: So berechnen Sie die Abfindungshöhe!

Oder wählen Sie einen passenden Anwalt in Ihrer Nähe

Arbeitsrecht

Nur wer für seine Abfindung kämpft, bekommt auch eine bessere Abfindung. Denn je schwerer ein Arbeitgeber sich von einem Mitarbeiter trennen kann, umso besser sind die Chancen auf eine gute Abfindung.

Die wichtigsten Fakten

  • Eine Abfindung entschädigt für den Arbeitsplatzverlust. Sie ist der Preis, den der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer zahlt, damit er auf den Kündigungsschutz verzichtet.
  • Mangelnde Erfolgsaussichten des Arbeitgebers sind nicht der einzige Grund für eine höhere Abfindung.
  • Neben dem Kündigungsschutz verbessern zahlreiche Gründe wie wirtschaftliche Lage, Betriebsgröße, Branche und Position im Unternehmen die Chancen auf eine gute Abfindung.
  • Erfolgt die Abfindungszahlung nicht auf einmal, sondern schrittweise, kann das Steuervorteile kosten.
  • Ob eine Abfindung sich bei Scheidung oder Unterhalt auswirkt, hängt von ihren Umständen ab.

So gehen Sie vor

  1. Unterschreiben Sie keinen Aufhebungsvertrag ohne vorherige Prüfung. Sein Inhalt ist oft zum Vorteil des Arbeitgebers und es droht eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld.
  2. Weisen Sie eine Kündigung sofort zurück, wenn Sie von keiner zur Kündigung berechtigten Person unterschrieben ist.
  3. Akzeptieren Sie nie einfach eine Kündigung, die eine Abfindung bei Verzicht auf eine Kündigungsschutzklage verspricht. Sie kann zu niedrig sein, der Arbeitgeber kann sie nicht zahlen oder vorher insolvent werden.
  4. Erheben Sie innerhalb von drei Wochen nach Kündigungserhalt Kündigungsschutzklage.
  5. Verhandeln Sie Ihre Abfindung mit dem Arbeitgeber immer mit Hilfe eines Anwalts. Er weiß, worauf es ankommt und kennt die Abfindungspraxis beim Arbeitsgericht.

Wann besteht ein Anspruch auf eine Abfindung?

Kündigung mit Verzicht auf Kündigungsschutzklage

Eine Pflicht zur Zahlung einer Abfindung kann sich bei der Kündigung wegen betrieblicher Erfordernisse ergeben.

  1. Dazu muss der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer wegen dringender betrieblicher Angelegenheiten kündigen.
  2. Auf diese muss er in der Kündigung hinweisen.
  3. Und der Arbeitgeber muss in dem Kündigungsschreiben erwähnen, dass der Arbeitnehmer einen Anspruch auf eine Abfindung hat, wenn er die Frist zur Kündigungsschutzklage verstreichen lässt.

Erhebt der Arbeitnehmer anschließend keine Kündigungsschutzklage , steht ihm die versprochene Abfindung zu. Stand in der Kündigung keine konkrete Abfindung, beträgt sie ein halbes Monatsgehalt (brutto) für jedes Jahr des Beschäftigungsverhältnisses.

Denken Sie immer daran, bevor Sie auf Ihren Kündigungsschutz verzichten gegen die angebotene Abfindung: Das Abfindungsangebot stammt von Ihrem Arbeitgeber. Dieser möchte regelmäßig eine möglichst geringe Abfindung zahlen. Klären Sie erst mit anwaltlicher Hilfe, dass die Abfindung auch für Sie angemessen ist.

Abfindung im Kündigungsschutzprozess

Hat der Arbeitnehmer eine Kündigung erhalten und rechtzeitig eine Kündigungsschutzklage eingereicht, prüft das Gericht ihre Wirksamkeit. Stellt es fest, dass die Kündigung unwirksam ist, bleibt das Arbeitsverhältnis bestehen. In den meisten Fällen einigen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer dann in einem Vergleich auf eine Abfindung. Beide Seiten können allerdings auch beantragen, dass das Arbeitsgericht das Arbeitsverhältnis durch Urteil auflöst. Voraussetzung ist eine unwirksame Kündigung und ein unzumutbares Arbeitsverhältnis.

Das sollten Sie wissen: Dem Arbeitnehmer steht eine Abfindung in Höhe von bis zu 12 Monatsgehältern zu. Für Mitarbeiter über 50 Jahre, die mindestens 15 Jahre im Unternehmen beschäftigt waren, sind es bis zu 15 Monatsverdienste. Für Mitarbeiter über 55 Jahre, die mindestens 20 Jahre beschäftigt waren, sind es sogar bis zu 18 Monatsverdienste.

Abfindung im Sozialplan

Bei Betriebsänderungen müssen Betriebsrat und Arbeitgeber einen Sozialplan vereinbaren. Er soll durch die Änderung entstehende Nachteile für die Arbeitnehmer mildern. Häufig gewährt ein Sozialplan Abfindungsansprüche. Die Höhe der Abfindung richtet sich nach bestimmten Kriterien wie Alter, Betriebszugehörigkeit und Monatslohn.

Als Arbeitnehmer kann man die garantierte Abfindung akzeptieren oder eine Kündigungsschutzklage erheben und so versuchen, eine höhere Abfindung zu erhalten.

Wägen Sie Ihre Entscheidung sorgfältig mit anwaltlicher Unterstützung ab und verhandeln Sie Ihre Abfindung. Warten Sie aber nicht zu lange. Sozialpläne können Klauseln enthalten, wonach sich die Abfindungshöhe nach der Entscheidung innerhalb bestimmter Fristen richtet. Und innerhalb von drei Wochen nach Erhalt der Kündigung müssen Sie Klage erheben. Sonst ist sie wirksam.

Wie viel Abfindung können Sie bekommen?

„Ein halbes Bruttomonatsgehalt pro Jahr Betriebszugehörigkeit“: Dieser Faustformel für die Abfindungshöhe sollten Arbeitnehmer nicht blind folgen. Verhandeln Sie stattdessen Ihre Abfindung mit dem Arbeitgeber. Es entscheidet immer der Einzelfall über die erzielte Abfindung.

Ihr Ziel lautet: die bestmögliche Verhandlungsposition erreichen mit dem richtigen Verhandlungsgeschick. Das liefert Ihnen ein Rechtsanwalt. Er kann die Abfindung hochtreiben.

Schließlich ist die Abfindung der Preis dafür, dass Sie auf Ihren Kündigungsschutz verzichten. Je stärker der Kündigungsschutz ist, desto mehr Abfindung kann ein Arbeitnehmer rausschlagen.

Schlechte Erfolgsaussichten der Kündigung für den Arbeitgeber sind gute Aussichten für Arbeitnehmer auf eine hohe Abfindung.

Folgende Faktoren sprechen danach für eine hohe Abfindung:

  • Kündigungsschutz aufgrund Tarifvertrag, Arbeitsvertrag, Betriebsvereinbarung
  • Gesetzlicher Kündigungsschutz, insb. bei betriebsbedingter Kündigung
  • Fehlende Abmahnung bei verhaltensbedingter Kündigung
  • kein betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) bei krankheitsbedingter Kündigung

Sonderkündigungsschutz

  • Betriebsrat oder Personalrat
  • Wahlvorstand
  • Schwerbehinderter oder gleichgestellter Arbeitnehmer
  • Schwangere oder Mutter
  • Mitarbeiter mit bereits beantragter Elternzeit und in Elternzeit
  • Mitarbeiter ab Antrag auf Pflegezeit und in Pflegezeit
  • Datenschutzbeauftragter
  • Auszubildende und Ausbildungsvertreter

Zu einer höheren Abfindung führen zudem oft:

  • Tätigkeit in leitender Position oder als Führungskraft
  • gute wirtschaftliche Lage des Arbeitgebers
  • großer Betrieb
  • bestimmte Branche z. B. Banken, Versicherungen, Chemie
  • Chancen auf dem Arbeitsmarkt für neue Beschäftigung
  • Unterhaltsverpflichtungen
  • Alter

Die Arbeitsgerichte gewichten diese Faktoren für die Abfindung regional unterschiedlich.

Abfindung berechnen

Abfindung berechnen

Der Erhalt einer Abfindung ist vor allem das Ergebnis der richtigen Verhandlung. Nutzen Sie die Chancen auf eine bessere Abfindung in Ihrem Fall.

Berechnen Sie jetzt Ihre mögliche Abfindung!

Was bleibt von der Abfindung?

Steuern, Unterhalt, Scheidung und Arbeitslosigkeit können die ausgezahlte Abfindung schmälern. Auf was Sie achten sollten.

Steuer auf Abfindung: Das ist unbedingt zu beachten!

Eine Abfindung zählt zu den sogenannten außerordentlichen Einkünften. Als solche ist die Abfindungszahlung in der Steuererklärung anzugeben. Eine Abfindung ist inzwischen voll zu versteuern. Mangels Freibetrag ist die Abfindung nicht steuerfrei. Allerdings können Sie Steuern sparen, indem Sie die Abfindung nach der sogenannten Fünftelregelung versteuern.

Wichtig! Damit Sie von der Fünftelregelung Gebrauch machen können, müssen Sie die Abfindung möglichst in einem Betrag erhalten. Das Steuerrecht verlangt nämlich eine Zusammenballung von Einkünften. Lassen Sie sich auf keine schrittweise Abfindungszahlung ein. Vermeiden Sie insbesondere die Auszahlung in verschiedenen steuerlichen Veranlagungszeiträumen. Bei Anwendbarkeit der Fünftelregelung wird die Abfindung dann so behandelt, als ob ihre Zahlung über einen Zeitraum von fünf Jahren erfolgte. Dadurch unterliegen jährlich nur 20 Prozent – also ein Fünftel – der Abfindung der Besteuerung.

Die Steuer berechnet sich nach der Fünftelregelung wie folgt: Im ersten Schritt wird die Steuer auf das Einkommen ohne die Abfindung berechnet. Im zweiten Schritt wird die Steuer auf das Einkommen plus 20 Prozent der Abfindungszahlung berechnet. Von dieser Steuer wird die im ersten Schritt ermittelte Steuer abgezogen. Der fünffache Betrag dieser Differenz ergibt dann die auf die Abfindung entfallende Einkommensteuer. Schnelle Antwort in Ihrem Fall gibt Ihnen unser Abfindungsrechner.

Scheidung: Bekommt der Partner einen Teil der Abfindung?

Bei einer Scheidung kann der Ex-Partner einen Teil der Abfindung im sogenannten Zugewinnausgleich verlangen. Grundsätzlich wird dabei verglichen, welcher Ehepartner während der Ehe mehr Vermögen erzielt hat. Dieser muss dann die Hälfte von dem, was er mehr an Vermögen als sein Partner verdient hat – den sogenannten Zugewinn – abgeben. Das wird als Zugewinnausgleich bezeichnet.

Insofern erhöht auch eine Abfindung das Vermögen, wenn sie für den Arbeitsplatzverlust entschädigen soll. Entscheidend ist zudem, dass der Anspruch auf die Abfindung gegenüber dem Arbeitgeber vor der Zustellung des Scheidungsantrags entstanden ist. Auf den Zeitpunkt der Abfindungszahlung kommt es dagegen nicht an.

Unterhalt: Erhöht die Abfindung die Unterhaltszahlung?

Eine Abfindung ist unter folgenden Voraussetzungen stattdessen für Unterhaltszahlungen einzusetzen. Das gilt für Kindesunterhalt wie für Ehegattenunterhalt oder Elternunterhalt.

Voraussetzung ist, dass der Unterhaltspflichtige sein früheres Einkommen nach der Abfindungszahlung auf Dauer nicht mehr erzielt. Dann muss er sein geringeres Einkommen mit der Abfindung aufstocken, damit die bisherige Unterhaltszahlung zunächst gleich bleibt.

Erlangt ein Unterhaltspflichtiger sogleich eine neue Arbeitsstelle mit einem der früheren Tätigkeit vergleichbaren Einkommen, bleibt die Abfindung für die Bemessung des Unterhaltsbedarfs unberücksichtigt. Sie erhöht insofern nicht den zu leistenden Unterhalt.

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Der Erhalt einer Abfindung ist vor allem das Ergebnis der richtigen Verhandlung. Nutzen Sie die Chancen auf eine bessere Abfindung in Ihrem Fall.

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Arbeitslosengeld: Keine Anrechnung der Abfindung, aber Sperrzeit

Auf eine Abfindung werden keine Sozialversicherungsbeiträge fällig, da kein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis mehr besteht.

Achten Sie aber darauf, dass Sie keine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld erhalten. Diese verhängt die Arbeitsagentur bei Annahme einer frühzeitigen Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Sie erhalten dann 3 Monate weniger Arbeitslosengeld. Das schmälert indirekt Ihre Abfindung.

Beachten Sie deshalb Folgendes, um eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld zu vermeiden

  • Kündigen Sie nicht ohne einen nachweisbar wichtigen Grund.
  • Achten Sie auf die Einhaltung der Kündigungsfrist für eine ordentliche Kündigung.
  • Schließen Sie einen Aufhebungsvertrag nur ab, dessen Inhalt eine drohende Sperrzeit sicher vermeidet.
Von
Christian Günther
anwalt.de-Redaktion