Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen
Teilen

E-Mail

Facebook

Twitter

LinkedIn

Xing

Link

Mobbing: Diese Rechte stehen Mobbing-Opfern zu.

Passende Anwälte in Ihrer Nähe

Wer zum Mobbing-Opfer wird, macht eine schwere Zeit durch. Mobbing kann für Betroffene zu Schlafstörungen, Herz-Kreislauf-Beschwerden und sogar zu Depressionen führen. Das müssen Sie nicht akzeptieren. Sie haben Rechte und können sich dagegen wehren.

Die wichtigsten Fakten

  • Mobbing ist das wiederholte und regelmäßige Schikanieren eines einzelnen Menschen.
  • Mobbing-Opfer haben Rechte und können in vielen Fällen eine Entschädigung verlangen.
  • Ihr Arbeitgeber hat eine Fürsorgepflicht und ist verpflichtet, seine Mitarbeiter zu schützen.
  • Nicht jedes scheinbare Fehlverhalten am Arbeitsplatz ist Mobbing.
  • Jeder 11. Beschäftigte in Deutschland hat schon einmal in seinem Berufsleben unter Mobbing gelitten.

So gehen Sie vor

  1. Kündigen Sie nicht voreilig.
  2. Sprechen Sie den Mobber auf sein Verhalten an.
  3. Führen Sie ein Mobbing-Tagebuch, in dem Sie die Angriffe und die Folgen genau dokumentieren.
  4. Melden Sie Ihrem Vorgesetzten, dass Sie gemobbt werden
  5. Schalten Sie einen Anwalt für Arbeitsrecht ein, damit er Ihren persönlichen Fall prüft.

Wann liegt Mobbing vor?

  • Die Grenze zum Mobbing ist überschritten, wenn der Betroffene systematisch, wiederholt und dauerhaft schikaniert wird.
  • Mobbing kann durch Kollegen und durch Vorgesetzte erfolgen.
  • Mobbing kann jeden treffen – unabhängig von Beruf, Branche, Unternehmen und Geschlecht.

Was sind die typischen Anzeichen für Mobbing?

Mobbing kann zahlreiche Formen haben. Das sind die häufigsten:

  • Übertriebene Kritik: Der Verursacher kritisiert regelmäßig die Leistung des Betroffenen, selbst wenn dieser seine Arbeit sehr gut macht.
  • Falsche Bewertung: Obwohl sie gute Arbeit leisten, wird diese durch den Verursacher in der Firmenkommunikation als mangelhaft bezeichnet, ohne dass Sie offiziell davon erfahren.
  • Ausgrenzung: Der Verursacher spricht außerhalb von Meetings nicht mit Ihnen, schließt Sie von gemeinsamen Aktivitäten wie einem Restaurantbesuch in der Mittagspause aus, weigert sich, mit Ihnen an einem Tisch zu setzen, lädt Sie nicht in den Firmen-Chat ein etc.
  • Lügen: Der Verursacher verbreitet Unwahrheiten über Sie.
  • Beleidigung: Der Verursacher beschimpft Sie oder macht Ihnen gegenüber andere Äußerungen, mit denen er seine Missachtung zum Ausdruck bringt.
  • Sabotage: Der Verursacher stört absichtlich Ihre Arbeit oder Abläufe, für die Sie verantwortlich sind.
  • Informationsausschluss: Der Verursacher leitet wichtige Informationen nicht an Sie weiter.
  • Gewalt: Der Verursacher greift Sie körperlich an.
    Überforderung oder Unterforderung: Der Verursacher verlangt entweder ein viel zu hohes oder ein viel zu niedriges Arbeitspensum von Ihnen.
  • Unangemessene Lautstärke: Auch ein unpassender Tonfall des Verursachers im Umgang mit Ihnen kann seelisch belasten und ein Zeichen von mangelndem Respekt sein.
Sie werden am Arbeitsplatz gemobbt?

Sie werden gemobbt?

Mobbing-Opfer haben Rechte und können gegen die Schädiger vorgehen.

Lassen Sie jetzt Ihr Anliegen prüfen!

Ein typischer Mobbing-Fall

Herr Schmidt bekommt einen neuen Kollegen, Herrn Müller. Dieser zeigt in seinem Verhalten deutlich – und regelmäßig – eine Antipathie gegenüber Herrn Schmidt. Herr Schmidt versteht den Grund für die Anfeindungen von Herrn Müller nicht. Er spürt allerdings deutlich, dass sich die Stimmung am Arbeitsplatz verschlechtert hat, seitdem Herr Müller in seinem Team ist. Er würde Herrn Müller am liebsten aus dem Weg gehen.

Daraufhin nimmt die Arbeitsleistung von Herrn Schmidt ab. Er kann sich nicht mehr konzentrieren und er macht häufig Fehler. Herr Müller beginnt, ihn regelmäßig dafür zu kritisieren und es fällt Herrn Schmidt zunehmend schwer, ihm gegenüber seinen Standpunkt zu vertreten.

Herr Müllers Vorgesetzter bemerkt, dass Herr Schmidt schlechtere Arbeit leistet und er verpflichtet ihn zu einem Personalgespräch. Herr Schmidt würde ihm gerne mitteilen, dass das Mobbing durch Herrn Müller der Grund ist, dass er nicht mehr konzentriert arbeiten kann. Er kann jedoch nicht den Mut dazu aufbringen, weil er sich vor Herrn Müller fürchtet und sich vor seinem Vorgesetzten keine Blöße geben will.

Herr Müller nimmt deswegen die Schuld auf sich. Er sieht letztendlich keinen anderen Ausweg als zu kündigen.

In diesen Fällen liegt kein Mobbing vor

  • Vorübergehendes schlechtes Betriebsklima
  • Kurzfristige Verstimmung eines Kollegen
  • Ein kurzer Konflikt zwischen Kollegen

Wann die Grenze zwischen einer schlechten Stimmung im Team und Mobbing überschritten ist, lässt sich nicht pauschal bestimmen: Es kommt immer auf den Einzelfall an. Sie sollten daher Ihren Fall mit einem Anwalt für Arbeitsrecht besprechen, der Sie über das richtige Vorgehen beraten kann.

Sonderfälle von Mobbing

Bossing

Hier geht das Mobbing vom Vorgesetzten selbst aus. Seine Attacken sind dabei oft willkürlich und dienen dazu, seine Position als Vorgesetzter zu stärken. Was Bossing so belastend macht, ist die Hierarchie im Unternehmen, in der Ihr Vorgesetzter ungleich mehr Einfluss besitzt. Doch auch hier haben Sie Möglichkeiten, sich zu wehren. Kontaktieren Sie einen Anwalt für Arbeitsrecht und besprechen Sie mit ihm Ihr Anliegen.

Staffing

Hier werden Vorgesetzte durch ihre Mitarbeiter gemobbt. Das langfristige Ziel ist üblicherweise, den Vorgesetzten von seinem Posten zu verdrängen. Da die Handhabe der meisten Mitarbeiter gegenüber deren Vorgesetzten eingeschränkt ist, kommen hier oft Strategien wie das Streuen von Gerüchten zum Einsatz. So können betroffene Vorgesetzte gegen Staffing vorgehen.

Diese Rechte haben Mobbing-Opfer

Je nach Art des Mobbings können folgende Straftatbestände erfüllt sein:

In allen fünf Fällen haben Sie die Möglichkeit, rechtlich gegen den Verursacher des Mobbings vorzugehen.

Diese Rechte haben Sie noch

  • Melden Sie das Mobbing Ihrem Arbeitgeber oder Ihrem Betriebsrat: Ihr Arbeitgeber hat eine Fürsorgepflicht für seine Mitarbeiter und muss deswegen für deren Gesundheit und Sicherheit Sorge tragen. Unternimmt er nichts gegen das Mobbing, kann er sich deswegen haftbar machen.
  • Ihr Arbeitgeber muss das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) beachten. Dieses verbietet ihm, bestimmte Arbeitnehmer ungleich zu behandeln und zu diskriminieren.
  • Haben Sie durch das Mobbing gesundheitliche Schäden erlitten, können Sie einen Anspruch auf Schmerzensgeld haben.

So verhalten Sie sich bei Mobbing

  • Suchen Sie das Gespräch mit dem Verursacher. Klären Sie dabei die Ursachen für das Mobbing.
  • Geben Sie sich selbstbewusst.
    Machen Sie dem Verursacher deutlich, dass Sie sich wehren und er mit Ihnen kein leichtes Spiel hat.
  • Zeigen Sie dem Verursacher die Konsequenzen seines Handelns auf.
  • Informieren Sie auch Ihren Vorgesetzten.
  • Suchen Sie sich Unterstützung bei Ihren Kollegen und dem Betriebsrat.

Was geht in Kollegen vor, die zu Mobbern werden?

  • Mobbing verleiht dem Verursacher oft ein Machtgefühl.
  • Der Mobber spekuliert häufig auf Anerkennung durch andere Kollegen
    Der Mobber versucht oft, von eigenen Fehlern abzulenken.
  • Der Mobber verarbeitet mit Mobbing häufig eigene persönliche Probleme.
  • Der Mobber leidet in vielen Fällen selbst an Unsicherheit und möchten sich durch Mobbing als stark inszenieren.
Sie werden am Arbeitsplatz gemobbt?

Sie werden vom Kollegen oder Vorgesetzten gemobbt?

Mobbing kann einige Straftatbestände erfüllen.

Lassen Sie sich jetzt beraten!

Wichtige Gesetze zum Thema Mobbing

Beleidigung (§ 185 Strafgesetzbuch)

Eine Beleidigung kann eine Straftat sein. Je nach Schwere droht dem Verursacher eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe.

Üble Nachrede (§ 186 Strafgesetzbuch)

Wer Behauptungen oder private Details über jemanden nach außen trägt, um seinem Ansehen zu schaden, kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe bestraft werden.

Verleumdung (§ 187 Strafgesetzbuch)

Wer unwahre Tatsache über jemanden verbreitet, um ihm zu schaden – obwohl er weiß, dass er lügt –, kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder mit einer Geldstrafe bestraft werden.

Körperverletzung (§ 223 Strafgesetzbuch)

Wer eine andere Person körperlich misshandelt oder ihre Gesundheit schädigt, muss mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit einer Geldstrafe rechnen. Auch der Versuch ist strafbar.

Nachstellung (§ 238 Strafgesetzbuch)

Wer eine andere Person systematisch verfolgt, sodass ihr Alltag davon beeinträchtigt wird, kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder mit einer Geldstrafe bestraft werden.

Haftung des Arbeitgebers (§§ 241 Abs. 2, 253 Abs. 2, 278, 280 Abs. 1 Bürgerliches Gesetzbuch)

Ein Arbeitgeber muss für Schäden haften, die einem Arbeitnehmer durch Mobbing zugefügt werden. Lassen Sie sich von einem Anwalt für Arbeitsrecht beraten.

Wichtige Urteile zum Thema Mobbing

  • Das Arbeitsgericht Cottbus verurteilte einen Arbeitgeber zu Schmerzensgeld in Höhe von 30.000,- Euro, weil er einen Arbeitnehmer gemobbt hatte, um ihn zur Kündigung zu bewegen. Darüber hinaus wurde der Arbeitgeber verurteilt, alle weiteren Schäden zu ersetzen, die durch das Mobbing entstanden waren (Urteil vom 08.07.2009, Az.: 7 Ca 1960/08).
  • Das Landesarbeitsgericht Köln verurteilte einen Vorgesetzten zu einem Schmerzensgeld in Höhe von 3.000 Euro, weil er einem Arbeitnehmer sein Aufgabengebiet entzogen hatte, obwohl seine Stelle weiterhin im Unternehmen benötigt wurde (Urteil vom 12.07.2010, Az.: 5 Sa 890/09).
    Der Arbeitgeber darf Ansprüche auf Schadensersatz wegen Mobbing nicht im Arbeitsvertrag ausschließen, entschied das Bundesarbeitsgericht in seinem Urteil vom 16.05.2007, Az.: 8 AZR 709/06.
  • Das Landessozialgericht Hessen entschied, dass gesundheitliche Schäden wegen Mobbing nicht wie ein Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit behandelt werden dürfen (Urteil vom 23.10.2012, Az: L 3 U 199/11).

Rechtstipps zu "Mobbing"