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Erbrecht: Darauf sollten Sie bei wichtigen Entscheidungen achten!

Oder wählen Sie einen passenden Anwalt in Ihrer Nähe

Erbrecht

Möchten Sie bestimmen, wer Ihr Erbe werden soll? Oder für den Fall vorsorgen, dass Sie aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls dazu nicht mehr in der Lage sind, wichtige Entscheidungen zu treffen? Dann sollten Sie eine Erstberatung im Erbrecht in Anspruch nehmen.

Die wichtigsten Fakten

  • Derzeit leben etwa 1, 5 Millionen Demenzkranke in Deutschland.
  • Jeder Erblasser hinterlässt im Durchschnitt 305.000 Euro. In diesem Jahrzehnt erben die Deutschen voraussichtlich 2,6 Billionen Euro.
  • Wenn kein Testament oder Erbvertrag vorliegt, gilt das gesetzliche Erbrecht.
  • Ohne eine Vorsorgevollmacht oder Patientenverfügung haben Sie keinen Einfluss darauf, wer Entscheidungen für Sie im Krankheits- oder Pflegefall trifft.

So gehen Sie vor

  1. Überlegen Sie, welchen Fall Sie absichern möchten.
  2. Legen Sie fest, wer Ihr Erbe werden soll oder wer Entscheidungen für Sie im Krankheits- oder Pflegefall treffen soll.
  3. Stellen Sie alle notwendigen Unterlagen zusammen.
  4. Lassen Sie sich von einem Anwalt beraten.
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Erbrecht

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Vorsorge für den Krankheits- oder Pflegefall

Egal, ob aufgrund eines plötzlichen Herzinfarktes oder einer beginnenden bzw. fortgeschrittenen Demenz: Der Betroffene kann zu diesem Zeitpunkt keine wichtigen Entscheidungen selbst treffen, sogar seine Angehörigen dürfen dies nicht. Umso wichtiger ist es, für diesen Fall bereits vorab Vorkehrungen zu treffen, z. B. indem man eine Vorsorgevollmacht oder eine Patientenverfügung erstellt.

Wenn eine wirksame Patientenverfügung vorliegt, erleichtert es nicht nur Medizinern, sondern auch der Familie die Lösung der Frage, ob lebenserhaltende Maßnahmen getroffen werden sollen oder nicht. Nur dann können Sie sicher sein, dass Ihrem Willen entsprechend gehandelt wird.

Darum ist es sinnvoll, das Erbe zu regeln

In Deutschland werden Jahr für Jahr bis zu 400 Milliarden Euro vererbt. Aus diesem Grund sollte man sein Erbe regeln, um sicherzustellen, dass die Vermögenswerte auch denjenigen zugutekommen, die man als Erben vorsieht.

Es empfiehlt sich, letztwillige Verfügungen, z. B. in Form eines Testaments oder Erbvertrages, zu gestalten. Auch mithilfe einer Schenkung oder eines Vermächtnisses kann ein Erblasser dafür sorgen, dass die Erbmasse seinem Willen entsprechend vererbt wird.

Wichtig ist, dass letztwillige Verfügungen rechtswirksam erstellt werden. Ein handgeschriebenes Testament ist beispielsweise nur wirksam, wenn es mit Datum und Unterschrift versehen ist. Falls Sie sich unsicher sind, können Sie sich jederzeit an einen qualifizierten Rechtsanwalt wenden.

Was tun, wenn kein Testament oder Erbvertrag vorliegt?

Als erbberechtigte Verwandte werden zuerst Erben der ersten Ordnung gezählt, also direkte Nachkommen des Erblassers. Danach werden Verwandte der zweiten Ordnung, also die Eltern des Erblassers und deren Nachkommen, z. B. Geschwister, bedacht. Als Erben dritter Ordnung gelten die Großeltern des Erblassers und deren Nachkommen. Vorrangige Ordnungen schließen nachrangige aus. Wenn es beispielsweise einen Erben erster Ordnung gibt, sind alle anderen vom Erbe ausgeschlossen.

Nur das, was dem Verstorbenen auch wirklich gehört, wird zum gesetzlichen Erbteil gezählt. Wenn z. B. Eheleute gemeinsam im Grundbuch als Eigentümer eines Hauses eingetragen sind, dann gehört jedem die Hälfte. Wenn ein Ehegatte verstirbt, dann zählt nur die Hälfte des Eigentums zum gesetzlichen Erbteil.

Nur diejenigen Haushaltsgegenstände gehören zum gesetzlichen Erbteil, die persönliche Gegenstände des Verstorbenen waren, z. B. Musikinstrumente oder Münzsammlungen. Der Hausrat dagegen wird dem überlebenden Ehegatten zugesprochen, sofern dieser zur Weiterführung des Haushalts notwendig ist.

Neben den Verwandten zählt der Ehegatte zu den gesetzlichen Erben. Der Ehegatte muss zum Zeitpunkt des Todes mit dem Erblasser verheiratet gewesen sein. Wenn aber der Erblasser bereits vor seinem Tod einen Scheidungsantrag gestellt hat, hat der Ehegatte keinen Anspruch auf das gesetzliche Erbrecht (§ 1933 BGB). Falls der Ehepartner beim Tod des Ehegatten nur getrennt von ihm lebt, gilt nach wie vor das gesetzliche Erbrecht.

Wie viel der Ehegatte erbt, hängt vom Güterstand der Ehegatten ab (z. B. Zugewinngemeinschaft oder Gütertrennung) sowie von der Ordnung der überlebenden Verwandten.

Wann sollte ein Anwalt eingeschaltet werden?

Bei Erbschaftsstreitigkeiten sollten Sie sich an einen Rechtsanwalt für Erbrecht wenden. Erfahrungsgemäß werden immer mehr Streitfälle vor Gericht ausgetragen.

Ein Anwalt kann Ihnen auch bei der Gestaltung einer rechtssicheren Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht zur Seite stehen.

Von
Renate Held
anwalt.de-Redaktion