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Unterhalt im Internet mit Hilfe von Unterhaltsrechnern selbst ausrechnen

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Ist es möglich, mit Hilfe von im Internet zur Verfügung gestellten Unterhaltsrechnern den Unterhalt selbst auszurechnen?

Viele Internetportale stellen im Internet sogenannte Unterhaltsrechner zur Verfügung. Die Schwierigkeit bei den Unterhaltsrechnern besteht darin, dass Sie nur Ihr Einkommen und das Einkommen Ihres Ehegatten eingeben müssen und der Unterhaltsrechner Ihnen dann den Unterhalt ausrechnet.

Das Hauptproblem bei einer Unterhaltsberechnung ist aber gerade die Ermittlung des Einkommens. Bei einer Unterhaltsberechnung geht es zunächst darum, das bereinigte Nettoeinkommen herauszufinden. Bevor der Unterhalt ausgerechnet werden kann, besteht die Schwierigkeit zunächst darin, herauszufinden, wie das bereinigte Nettoeinkommen aussieht.

Vom Nettoeinkommen können nämlich einige Positionen in Abzug gebracht werden. Es sind z. B. Fahrkosten zur Arbeit zu berücksichtigen und von Ihrem Einkommen in Abzug zu bringen. Ferner sind ehebedingte Verbindlichkeiten einkommensmindernd zu berücksichtigen. Schulden, die weiterhin getilgt werden, jedoch in der Ehe begründet sind, sind von Ihrem Einkommen in Abzug zu bringen. Auch wenn Sie eine Altersvorsorge betreiben, dann sind diese Kosten in Abzug zu bringen.

Wenn Sie über eine gemeinsame Immobilie verfügen und dafür Kredite gezahlt werden müssen, dann sind auch die Immobilie und die Kreditverbindlichkeiten zu berücksichtigen. So kommt es darauf an, wer in der Zukunft in der Immobilie wohnen bleibt. Derjenige, der in der Immobilie wohnen bleibt, hat einen Wohnvorteil. Der Wohnvorteil wird als Einkommen gesehen und bedeutet einen ersparten Mietaufwand. Auch der Wohnvorteil ist bei der Unterhaltsberechnung zu berücksichtigen.

Sehr oft streiten die Ehegatten bei der Bezifferung des Unterhalts auch darüber, ob ein Ehegatte erwerbstätig sein muss. Wenn festgestellt wird, dass ein Ehegatte nicht arbeiten geht, jedoch erwerbstätig sein müsste, so wird demjenigen fiktiv ein Einkommen hinzugerechnet.

Solche Fragen kann grundsätzlich kein Rechenprogramm beantworten. Also wenn man in das Rechenprogramm einfach das Nettoeinkommen eingibt, ohne dass die Abzüge berücksichtigt wurden, dann ist davon auszugehen, dass das Ergebnis falsch ist.

Wenn aber das bereinigte Nettoeinkommen feststeht, so benötigt man keinen Unterhaltsrechner mehr, denn den Kindesunterhalt kann man z. B. einfach der Düsseldorfer Tabelle entnehmen.

Fazit: Die im Internet angebotenen Unterhaltsrechner können genutzt werden, man sollte aber daran denken, dass Unterhaltsberechnungen schwierig und sehr komplex sein können.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Familienrecht

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