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Rechtsanwalt Düsseldorfer Tabelle Rechtsanwälte | anwalt.de

Die Düsseldorfer Tabelle stellt kein Gesetz dar, sondern wurde entwickelt, um das Unterhaltsrecht in Deutschland zu vereinheitlichen. Die Düsseldorfer Tabelle ist somit lediglich eine Richtlinie, die von den Gerichten bei der Unterhaltsberechnung - mithin Kindesunterhalt, Ehegattenunterhalt und Elternunterhalt - herangezogen wird. Daneben behandelt die Düsseldorfer Tabelle auch noch den Mangelfall, wenn also das Einkommen des Unterhaltspflichtigen nach Abzug vom Selbstbehalt nicht ausreicht, um den Unterhalt zu leisten.

Die Düsseldorfer Tabelle geht von lediglich zwei Unterhaltsberechtigten aus (Mutter und ein Kind); bei mehr/weniger Unterhaltsberechtigten erfolgt eine Einstufung in die niedrigere/höhere Einkommensstufe. Außerdem muss berücksichtigt werden, dass sich der Selbstbehalt je nach Art des Unterhalts ändert: So ist der Selbstbehalt geringer, wenn es um Unterhalt für minderjährige Kinder geht, aber höher, wenn nach einer Scheidung Unterhalt an den früheren Ehepartner gezahlt werden muss.

Kindesunterhalt

Beim Kindesunterhalt ist vor allem zu beachten, dass das Kindergeld für minderjährige Unterhaltsberechtigte hälftig anzurechnen ist, beim Unterhalt für Volljährige jedoch zu 100 %. Ferner regelt die Düsseldorfer Tabelle nur den Regelunterhalt, enthält somit also weder Beiträge zur Pflegeversicherung und Krankenversicherung noch Kosten, die aufgrund von Mehrbedarf - z. B. Arzneimittel für ein Kind mit Schwerbehinderung - oder Sonderbedarf - z. B. Kosten für eine Klassenfahrt - entstehen. Absolviert das unterhaltsberechtigte Kind ein Studium und wohnt es noch bei den Eltern, wird sein Unterhalt aus der 4. Altersstufe der Düsseldorfer Tabelle errechnet. Ist es dagegen schon ausgezogen, hat das Kind Anspruch auf einen Betrag, der sich nach dem angemessenen Gesamtunterhaltsbedarf richtet. Die Vergütung, die ein Kind im Rahmen seiner Ausbildung erhält, ist auf den Unterhalt anzurechnen. Davor wird sie aber um den sog. ausbildungsbedingten Mehrbedarf gekürzt.

Die Düsseldorfer Tabelle ab 1. Januar 2020 

Alle Beträge sind jeweils in Euro.

Einkommens
gruppe
Nettoeinkommen des Barunterhaltspflichtigen

Alter
0 - 5 Jahre
Alter
6 - 11 Jahre
Alter
12 - 17
Jahre
Alter
ab 18
Jahre
Prozentsatz
Bedarfskontroll
betrag
1. bis 1900 369 424 497 530 100 960/1160
2. 1901 – 2300 388 446 522 557 105 1400
3. 2301 – 2700 406 467 547 583 110 1500
4. 2701 – 3100 425 488 572 610 115 1600
5. 3101 – 3500 443 509 597 636 120 1700
6. 3501 – 3900 473 543 637 679 128 1800
7. 3901 – 4300 502 577 676 721 136 1900
8. 4301 – 4700 532 611 716 764 144 2000
9. 4701 – 5100 561 645 756 806 152 2100
10. 5101 – 5500 591 679 796 848 160 2200

ab 5501 nach den
Umständen des Falles







Tabelle Zahlbeträge
Die folgenden Tabellen enthalten die sich nach Abzug des jeweiligen Kindergeldanteils (hälftiges Kindergeld bei Minderjährigen, volles Kindergeld bei Volljährigen) ergebenden Zahlbeträge.
Ab 1. Januar 2020 geltende Zahlbeträge

Für minderjährige Kinder wird regelmäßig das hälftige Kindergeld vom jeweiligen Unterhalt abgezogen, für volljährige Kinder das volle Kindergeld.

Das Kindergeld beträgt für das 1. und 2. Kind ab 1. Januar 2019 bis zum 30. Juni 2019 jeweils 194 Euro, für das 3. Kind 200 Euro und ab dem 4. Kind jeweils 225 Euro.

Danach ergeben sich folgende in der Regel zu zahlende Beträge:

1. und 2. Kind


0 - 5 6 - 11 12-17 ab 18 Prozentsatz
1. bis 1900 267 322 395 326 100
2. 1901 - 2300 286 344 420 353 105
3. 2301 - 2700 304 365 445 379 110
4. 2701 - 3100 323 386 470 406 115
5. 3101 - 3500 341 407 495 432 120
6. 3501 - 3900 371 441 535 475 128
7. 3901 - 4300 400 475 574 517 136
8. 4301 - 4700 430 509 614 560 144
9. 4701 - 5100 459 543 654 602 152
10. 5101 - 5500 489 577 694 644 160

3. Kind


0 - 5 6 - 11 12 - 17 ab 18 Prozentsatz
1. bis 1900 264 319 392 320 100
2. 1901 - 2300 283 341 417 347 105
3. 2301 - 2700 301 362 442 373 110
4. 2701 - 3100 320 383 467 400 115
5. 3101 - 3500 338 404 492 426 120
6. 3501 - 3900 368 438 532 469 128
7. 3901 - 4300 397 472 571 511 136
8. 4301 - 4700 427 506 611 554 144
9. 4701 - 5100 456 540 651 596 152
10. 5101 - 5500 486 574 691 638 160

Ab 4. Kind


0 - 5 6 - 11 12 - 17 ab 18 Prozentsatz
1. bis 1900 251,50 360,50 379,50 295 100
2. 1901 - 2300 270,50 328,50 404,50 322 105
3. 2301 - 2700 288,50 349,50 429,50 348 110
4. 2701 -3100 307,50 370,50 454,50 375 115
5. 3101 - 3500 325,50 391,50 479,50 401 120
6. 3501 - 3900 355,50 425,50 519,50 444 128
7. 3901 - 4300 384,50 459,50 558,50 486 136
8. 4301 - 4700 414,50 493,50 598,50 523 144
9. 4701 - 5100 443,50 527,50 638,50 571 152
10. 5101 - 5500 473,50 561,50 678,50 613 160

Ehegattenunterhalt

Im Familienrecht ist zu berücksichtigen, dass nach der Ehescheidung nur unter gewissen Voraussetzungen - z. B. Erziehung eines minderjährigen Kindes - Ehegattenunterhalt verlangt werden darf. Ansonsten trifft jeden Ehegatten nach Scheidung der Ehe eine Erwerbsobliegenheit. Im Übrigen ist der Ehegattenunterhalt subsidiär zum Kindesunterhalt. Das bedeutet, der Kindesunterhalt ist zuvor zu bezahlen. Nur wenn nach dem Abzug noch mehr als der von der Düsseldorfer Tabelle bestimmte Selbstbehalt übrig bleibt, kann auch der geschiedene Ehegatte Unterhalt verlangen. Dabei darf aber der Erwerbstätigenbonus nicht vergessen werden, den die Düsseldorfer Tabelle mit 1/7 ansetzt.

(VOI)

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