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Gerichtskosten - was Sie wissen und beachten müssen!

  • 2 Minuten Lesezeit
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Die wichtigsten Fakten

  • Die Kosten, die für gerichtliche Verfahren an die Staatskasse zu zahlen sind, werden auf Grundlage des Gerichtskostengesetzes (GKG), Gerichts- und Notarkostengesetzes (GNotKG) und anderen Nebengesetzen berechnet.
  • Die Gebühren richten sich nach dem Wert des Streitgegenstandes, dem sogenannten Streitwert.
  • Das Gesetz enthält ein Kostenverzeichnis, in dem die jeweilige Gebührenhöhe oder Gebührensätze stehen.

Wofür entstehen Gerichtskosten?

Da dem Gericht für Sachverständige, Zeugen und Dolmetscher, für deren Anreise sowie für die Versendung von Akten oder Abschriften Kosten bzw. Auslagen entstehen, werden für das Verfahren sowie für einzelne Verfahrensteile Gebühren erhoben. Einige dieser Gebühren sind feste Beträge bzw. richten sich nach den konkreten Kosten, die bspw. dem Sachverständigen entstanden sind. Die Ausgaben sind dann genau zu diesem Betrag zu erstatten.

Bei Zivilprozessen bildet der Streitwert den Ausgangspunkt für die Berechnung der Gerichtskosten. Der Streitwert bzw. Gegenstandswert entspricht häufig der Sache, um die gestritten oder zu der beraten wird. Würde es im Verfahren um einen Autokauf gehen, und das Auto wurde für 5.000 Euro verkauf, ist der Gegenstandswert 5.000 Euro.

Auch die Anwaltskosten richten sich, zumindest bei der Standardabrechnung über das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz, nach dem Streitwert. Bei der Berechnung der Anwaltsgebühren gilt einfach gesagt: Je höher der Wert, um den gestritten wird, umso höher sind auch die gesetzlichen Gebühren.

Für welche Verfahren entstehen Kosten?

Für welche Verfahren und Verordnungen Kosten anfallen, ist in § 1 Abs. 1 GKG festgelegt. Dies gilt unter anderem für Verfahren vor

  • Arbeitsgerichten
  • Finanzgerichten
  • Sozialgerichten
  • Verwaltungsgerichten
  • Familiengerichten
  • Jugendgerichten

ebenso wie für

  • Zivilverfahren
  • Strafverfahren und
  • Ordnungswidrigkeitsverfahren
  • Verfahren bei Zwangsversteigerung und Zwangsverwaltung
  • Verfahren nach der Insolvenzordnung

Wer muss Gerichtskosten zahlen?

Handelt es sich um ein Zivilverfahren, z. B. um eine Kaufsache, zahlt in der Regel der Prozessverlierer die Gerichtskosten. Kommt es zu einem Vergleich, werden die Kosten häufig gleichmäßig aufgeteilt, fallen aber deutlich niedriger aus, als wenn das Gericht ein Urteil verfassen muss. Bei Verfahren vor dem Familiengericht, z. B. bei einer Scheidung, tragen die beiden Parteien meistens 50 Prozent der Kosten. Bei Unterhaltsklagen dagegen muss der Unterliegende zahlen. Jedes Urteil deutscher Gerichte enthält die Entscheidung darüber, wer die Prozesskosten zu übernehmen hat.

Gerichtskostentabelle

Streitwert bis ... €Gebühr … €Streitwert bis ... €Gebühr … €
500 35,0050 000546,00
1 00053,0065 000666,00
1 50071,0080 000786,00
2 00089,0095 000906,00
3 000108,00110 0001 026,00
4 000127,00125 0001 146,00
5 000146,00140 0001 266,00
6 000165,00155 0001 386,00
7 000184,00170 0001 506,00
8 000203,00185 0001 626,00
9 000222,00200 0001 746,00
10 000241,00230 0001 925,00
13 000267,00260 0002 104,00
16 000293,00290 0002 283,00
19 000319,00320 0002 462,00
22 000345,00350 0002 641,00
25 000371,00380 0002 820,00
30 000406,00410 0002 999,00
35 000441,00440 0003 178,00
40 000476,00470 0003 357,00
45 000511,00500 0003 536,00

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