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Rechtsanwalt Arbeitsunfähigkeit Rechtsanwälte | anwalt.de

Arbeitsunfähigkeit meint die durch körperliche oder seelische Beeinträchtigungen - wie etwa einem Burn-out - verminderte Fähigkeit eines Arbeitnehmers seine von ihm laut Arbeitsvertrag geschuldete Arbeitsleistung für seinen Arbeitgeber zu erbringen. Meist ist eine Krankheit oder Verletzung Grund für die Arbeitsunfähigkeit, wobei auch deren Verschlechterung durch die Weiterarbeit bereits eine Arbeitsunfähigkeit darstellt. Arbeitsunfähig sein kann aber auch, wer sich in einer Reha befindet. Arbeitsrechtlich führt die Arbeitsunfähigkeit zum Wegfall der Arbeitspflicht.

Anzeige der Arbeitsunfähigkeit gegenüber Arbeitgeber

Ein erkrankter Arbeitnehmer muss seinem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit sofort anzeigen und seine baldige Genesung anstreben. Befindet der Beschäftigte sich währenddessen im Ausland, weil er dort etwa seinen Urlaub verbringt, muss die Anzeige auf schnellstmöglichem Wege erfolgen. Nachgewiesene Krankheitstage werden beim Urlaub nicht angerechnet. Wer der Mitteilungspflicht nicht nachkommt und der Arbeit fernbleibt, dem droht nach vorheriger Abmahnung die Kündigung bzw. die berechtigte Verweigerung der Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber.

Vorschriften zur Krankschreibung

Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung muss dem Arbeitgeber bei länger als drei Kalendertage andauernder Arbeitsunfähigkeit spätestens am darauffolgenden Arbeitstag vorliegen. Umgangssprachlich ist hier von der Krankschreibung die Rede. Der Arbeitgeber kann den auch als gelber Schein bezeichneten Nachweis jedoch früher verlangen. Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung muss die voraussichtliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit nennen, wie lange der Mitarbeiter also krank geschrieben ist. Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger an, ist ein neues ärztliches Attest beizubringen. Bei Zweifeln an ihrer Richtigkeit kann der Arbeitgeber ein medizinisches Gutachten des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen verlangen, wobei die Krankenversicherung über die eventuelle Begutachtung entscheidet. Liegt laut Gutachten keine Erkrankung vor, obwohl der Arzt sie bejaht, ist dennoch kein Anspruch des Arbeitnehmers auf Krankengeld bzw. Entgeltfortzahlung gegeben.

Die Arbeitsunfähigkeit spielt somit auch für die Sozialversicherung eine wichtige Rolle. Bei Mitgliedern der gesetzlichen Krankenkasse muss die Krankenkasse daher nicht nur bei Berufskrankheit oder Arbeitsunfall eine Mitteilung erhalten, sondern ebenfalls spätestens am vierten Tag eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorgelegt bekommen.

Folgen längerer Arbeitsunfähigkeit

Bei länger als sechs Wochen andauernder Arbeitsunfähigkeit besteht Anspruch auf Krankengeld. Privat Krankenversicherte bekommen in der Regel - meist ebenfalls nach sechs Wochen Arbeitsunfähigkeit - Krankentagegeld. Dieses wird gegebenenfalls bis zum Eintritt der Berufsunfähigkeit gezahlt, wenn ein Arbeitnehmer keine andere Erwerbstätigkeit mehr ausführen kann. Betroffene eines Arbeitsunfalls oder Wegeunfalls bekommen hingegen von der Unfallversicherung Verletztengeld.

Um die Arbeitskraft wieder zu erlangen, kann eine Reha-Maßnahme erfolgen. Hier kann die gesetzliche Rentenversicherung oder Unfallversicherung Übergangsgeld zahlen. Wer länger als sechs Wochen im Jahr am Stück oder wiederholt krank war, dem steht außerdem eine Wiedereingliederung in den Betrieb offen, bei deren Planung der Betriebsrat gegebenenfalls zu beteiligen ist. Die Entscheidung darüber hat jedoch der Arbeitgeber. Lehnt er die Wiedereingliederung allerdings ab, erhöht sich die Beweislast des Arbeitgebers bei einer personenbedingten Kündigung. Eine Kündigung wegen Krankheit droht im Übrigen auch bei vielen Kurzerkrankungen, wenn jemand mehr als 45 Tage im Jahr krank geschrieben ist oder einer Langzeiterkrankung, die keine Heilung innerhalb von 24 Monaten erwarten lässt.

(GUE)

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