Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Die ersten Schritte nach einem Verkehrsunfall

Rechtstipp vom 09.05.2018
Rechtstipp vom 09.05.2018

Nach einem Verkehrsunfall gilt als Erstes die goldene Regel: Ruhe bewahren! Wenn der erste Schrecken überwunden und die Unfallstelle gesichert wurde, ergeben sich die nächsten Schritte je nach Sachlage:

Erste Hilfe und Notruf

Hat man das Warnblinklicht eingeschaltet und das Warndreieck aufgestellt, sollte man sich als Erstes einen Überblick verschaffen. Sind bei dem Unfall Personen verletzt worden, ist ein Notruf abzusetzen und Erste Hilfe zu leisten. Bei dem Notruf sind die fünf „W“ zu beachten: Was ist passiert, wo ist es passiert, wie viele Verletzte gibt es, welche Verletzungen haben sie und wer ruft an.

Beweise sichern

Wurden keine Personen verletzt, ist es ratsam, insbesondere, wenn man den Unfall nicht verschuldet hat, dennoch die Polizei zu rufen. Diese sichert den Unfallort, nimmt die Personalien der Zeugen auf und erstellt ein Unfallprotokoll und fertigt gegebenenfalls Fotos von der Unfallstelle an. Man sollte jedoch nicht auf das Eintreffen der Polizei warten. Oft verweilen wichtige Zeugen nicht bis auf deren Eintreffen. Daher ist es ratsam, sofort nach Sicherung der Unfallstelle und wenn keine Verletzten zu versorgen sind, sich nach potenziellen Zeugen umzusehen und deren Kontaktdaten zu sammeln. Auch sollte man die Unfallstelle aus mehreren Richtungen mit Umgebung fotografieren, bevor man die Fahrzeuge entfernt bzw. parkt.

Schweigerecht kennen

Wer den Unfall verschuldet hat und es dabei zu Sach- und/oder Personenschaden kam, dem droht ein Bußgeld oder in schweren Fällen eine Geld- oder Freiheitsstrafe. Der Verdächtige einer Ordnungswidrigkeit oder Straftat genießt das sogenannte Aussageverweigerungsrecht. Das bedeutet, dass man nicht gezwungen werden darf, sich durch eine Aussage selbst zu belasten. Wer sich auf sein Schweigerecht beruft, darf deshalb keine Nachteile erleiden. Lügen gegenüber der Polizei ist zwar nicht strafbar, eine falsche Verdächtigung hingegen schon. Bei schweren Verkehrsverstößen mit Personen- und/oder hohen Sachschäden sollte daher immer ein Anwalt hinzugezogen werden, bevor hier Angaben gegenüber den Polizeibehörden gemacht werden.

Anwalt mit Regulierung beauftragen

Doch auch unabhängig davon, ob der Unfall nicht, zum Teil oder ganz verschuldet wurde, ist es empfehlenswert, einen Rechtsanwalt zu kontaktieren. Juristische Laien können nicht beurteilen, zu welchem Prozentsatz das Verschulden anzusetzen ist. Hat man den Unfall nicht oder nur zu einem Teil verschuldet, hat die gegnerische Versicherung in den meisten Fällen die Kosten des beauftragten Rechtsanwalts ganz oder je nach Verschuldensgrad anteilig zu bezahlen.

Auch werden Betroffene von Leihfirmen über den Tisch gezogen, die für Leihfahrzeuge Mondpreise verlangen, mit dem falschen Versprechen, dass die gegnerische Versicherung das reguliert. Ein Rechtsanwalt kann auch klären, ob bei Kleinschäden ebenfalls die Kosten eines Gutachtens von der gegnerischen Versicherung übernommen werden. Auch kommt es vor, dass die gegnerische Versicherung die vom Gutachter angesetzten Reparaturkosten nicht in voller Höhe reguliert und setzt in der Regel das Schmerzensgeld zu niedrig an. Hier kann ein Rechtsanwalt die berechtigten Ansprüche prüfen und notfalls gerichtlich durchsetzen.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Verkehrsrecht

Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Damit Sie wissen, wann Sie im Recht sind

Neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter.