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Falsche Widerrufsbelehrungen in Darlehensverträgen - Widerruf evtl. noch heute möglich

Rechtstipp vom 28.10.2015
Rechtstipp vom 28.10.2015

Dem Verbraucher steht bei einem Darlehensvertrag nach dem Gesetz ein Widerrufsrecht zu. Durch dieses Widerrufsrecht wird dem Verbraucher die Möglichkeit eröffnet, seine getroffene Entscheidung nochmals zu überdenken und gegebenenfalls den Vertrag rückgängig zu machen.

Die Frist für den Widerruf beträgt zwei Wochen, doch beginnt diese Frist nur dann an zu laufen, wenn die Bank ordnungsgemäß über das Widerrufsrecht belehrt hat. Von Seiten des Gesetzgebers und nach der Rechtsprechung werden an die Widerrufsbelehrung strenge Anforderungen gestellt. Nach einer Schätzung der Verbraucherzentrale Hamburg waren nach Prüfung hunderter Verträge im Jahr 2013 mehr als in 66 % der Verträge, die seit 2002 abgeschlossen worden sind, die Widerrufsbelehrungen nicht ordnungsgemäß. Bei einer erneuten Auswertung im vergangenen Jahr von über 1.800 Verträgen, lag die Fehlerquote bereits bei mehr als 80 %.

Die Fehlerhaftigkeit der Widerrufsbelehrung hat zur Folge, dass die 2-wöchige Widerrufsfrist nicht zu laufen begonnen hat und so ein Darlehensvertrag auch noch mehrere Jahre nach Abschluss des Vertrages widerrufen werden kann.


Im Falle des Widerrufs ist der Vertrag rückgängig zu machen, d.h. die Bank muss sämtliche Zins- und Tilgungsraten zuzüglich Zinsen erstatten und der Verbraucher ist zur Rückzahlung des Darlehens nebst Zinsen verpflichtet. In jedem Fall ist bei wirksamem Widerruf die sonst fällige Vorfälligkeitsentschädigung trotz vorzeitiger Beendigung des Vertrages nicht zu zahlen.

Vorteil eines Ausstiegs aus einem laufenden Darlehen ist das derzeit sehr niedrige Zinsniveau, auf welchem dann ggfls. eine Umschuldung erfolgen kann.

Doch auch bei Verträgen, die bereits vorzeitig beendet worden sind und für welche eine Vorfälligkeitsentschädigung gezahlt wurde, besteht bei Fehlerhaftigkeit der Widerrufsbelehrung unter Umständen die Möglichkeit, jetzt noch den Widerruf zu erklären und die Vorfälligkeitsentschädigung zurückzufordern.
Durch einen Widerruf kann man also gegebenenfalls mehrere tausend Euro sparen, so dass es sich durchaus sehr lohnen kann, seinen Darlehensvertrag bzw. die Widerrufsbelehrung überprüfen zu lassen.

Insoweit ist allerdings etwas Eile geboten, da die Bundesregierung offensichtlich plant, ein Gesetz auf den Weg zu bringen, nach dem ein Widerruf nur noch bis zum 21.06.2016 möglich ist (siehe hierzu www.focus.de/immobilien/finanzieren/falsche-widerrufsbelehrung-immobilienkredit-jetzt-kuendigen_id_5043722.html)

Rechtsanwalt Fozouni bearbeitet seit einiger Zeit eine Vielzahl solcher Widerrufsfälle und wäre bei Interesse Ihr Ansprechpartner.


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