Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Mahnung und Inkasso

Pünktlich zahlen spart Geld. Andernfalls drohen Mahnkosten oder sogar ein Inkassobüro. Nicht immer gehen die Geldeintreiber korrekt vor. So sind Sie gewappnet.

Bekannt aus: Der Tagesspiegel Money Soldan
Cosmopolitan Wiesbadener Kurier starting up

Gelistet bei: Deutsches Institut für Service-Qualität Öko Test

Testsieger mit Qualitätsurteil „gut"
03/2017

Bekannt aus: Der Tagesspiegel Money Soldan
Cosmopolitan Wiesbadener Kurier starting up

Gelistet bei: Deutsches Institut für Service-Qualität Öko Test

Testsieger mit Qualitätsurteil „gut"
03/2017

Die wichtigsten Fragen und Antworten

Was bedeutet eine Mahnung?

Sie müssen eine Rechnung dann bezahlen, wenn die Forderung fällig ist. Erhalten Sie zum Beispiel eine Handwerkerrechnung, ist darin meist ein Datum genannt, bis zu dem Sie die Rechnung begleichen müssen. Ist kein Datum genannt, müssen Sie umgehend bezahlen. Versäumen sie den Termin, wird der Gläubiger Ihnen eine Mahnung schicken, in der er Sie an die Zahlung erinnert und erneut eine Frist zur Bezahlung setzt. 


Jetzt sollten Sie das Geld schnell überweisen, sonst riskieren Sie weitere Kosten. Sobald Sie die Mahnung erhalten haben, sind Sie bereits in Zahlungsverzug. Der Gläubiger kann ab jetzt Verzugszinsen verlangen und sogar Schadensersatz. In manchen Fällen sind Sie sogar in Zahlungsverzug, wenn Sie gar keine Mahnung erhalten haben. Es können Verzugszinsen auch ohne Mahnung 30 Tage nach Fälligkeit und Zugang einer Rechnung verlangt werden, jedoch gegenüber Verbrauchern gilt dies nur, wenn auf diese Folge in der Rechnung hingewiesen war. Des Weiteren etwa, wenn Sie etwas per Lastschrift bezahlt haben und das Konto nicht gedeckt ist. Sind Sie in finanziellem Engpass, suchen Sie das Gespräch mit dem Gläubiger, um ein gerichtliches Mahnverfahren zu vermeiden.

​Muss man die Mahnkosten begleichen?

Nach der ersten Mahnung folgt oft die zweite und gar eine dritte. Doch der säumige Schuldner kann sich nicht darauf verlassen, dass der Gläubiger so viel Geduld aufbringt. Dieser kann bereits nach der ersten Mahnung rechtliche Schritte einleiten. Schon ab dem ersten Verzugstag kann er Mahnkosten und Verzugszinsen einfordern. Doch nicht selten stellen Gläubiger dabei Fantasiebeträge in Rechnung. Tatsächlich darf der Gläubiger nur Kosten für Porto und Material berechnen, die auch tatsächlich angefallen sind. Es gibt zahlreiche Gerichtsurteile, in denen Mahnkosten als unangemessen hoch bewertet wurden. Maximal 2,50 Euro gelten für eine Mahnung als gerechtfertigt. Zusätzlich kann der Gläubiger auch Verzugszinsen berechnen, diese liegen bei fünf Prozent über dem Basiszinssatz. Derzeit beträgt der Verzugszinssatz 4,12 Prozent. Eine gerechtfertigte Mahnung sollte der Kunde schnell bezahlen, sonst kann der Gläubiger auch ein Inkassobüro einschalten. Deutlich höhere Mahnkosten gelten, wenn eine Steuerschuld besteht oder Bußgelder offen sind.

Wann schaltet sich ein Inkassobüro ein?

Ein Gläubiger kann ein Inkassobüro einschalten, um einen offenen Rechnungsbetrag einzutreiben. Ein Irrtum ist, dass er seinem Schuldner erst mehrere Mahnungen geschickt haben muss. Manchmal kann sogar ganz ohne vorangegangene Mahnung Post vom Inkassobüro im Briefkasten liegen. Das geschieht vor allem dann, wenn der Käufer im Laden per Lastschrift bezahlt hat und das Konto nicht gedeckt ist, oder wenn der Käufer im Internet eine falsche Kontonummer beim Bezahlvorgang eingegeben hat. Dann ist der Käufer automatisch und sofort in Zahlungsverzug. Ein Inkassobüro einzuschalten, ohne vorher zu mahnen, ist allerdings wenig kundenfreundlich. Denn der Gläubiger hat einer sogenannten Schadenminderungspflicht nachzukommen: Er ist gesetzlich dazu verpflichtet, den Schaden für seinen Kunden möglichst gering zu halten und unangemessen hohe Inkassokosten zu vermeiden. Ein Inkassobüro stellt stets Gebühren in Rechnung und die sind deutlich höher als Mahnkosten.

Wir helfen sofort

Fragen Sie einen Anwalt

Sie haben eine Rechtsfrage? Wir empfehlen Ihnen unverbindlich einen Experten aus über 20.000 Rechtsanwälten bei anwalt.de

Ihre Kontaktdaten können Sie im nächsten Schritt eingeben.

Wir benötigen noch einige Angaben, um Ihnen passende Anwälte zu empfehlen. Ihre Daten geben wir nicht an die Anwälte weiter, sondern nutzen Sie ausschließlich zur Kontaktaufnahme mit Ihnen. Datenschutzerklärung

Vielen Dank für Ihre Anfrage!
Leider ist etwas schiefgegangen.
Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

Passende Anwälte in Ihrer Nähe

Kucklick Börger Wolf & Söllner – dresdner-fachanwaelte.de
Kucklick Börger Wolf & Söllner – dresdner-fachanwaelte.de
Palaisplatz 3, 01097 Dresden
(354)
Fachanwaltschaften Arbeitsrecht, Baurecht & Architektenrecht, Erbrecht, Familienrecht, Gewerblicher Rechtsschutz, Medizinrecht, Mietrecht & Wohnungseigentumsrecht, Sozialrecht, Strafrecht, Verkehrsrecht, Versicherungsrecht 0351 807180 0351 807180
Kanzlei Becker
Rechtsanwalt Dipl.-Jur. Alexander Becker (Kanzlei Becker)
Hügelstr. 6, 66953 Pirmasens
(353)
Fachanwaltschaften Strafrecht 06331 674334 06331 674334
Steinbock & Partner Rechtsanwaltskanzlei Fachanwälte - Steuerberater
Steinbock & Partner Rechtsanwaltskanzlei Fachanwälte - Steuerberater
Domstraße 3, 97070 Würzburg
(340)
Fachanwaltschaften Arbeitsrecht, Gewerblicher Rechtsschutz, Handelsrecht & Gesellschaftsrecht, Medizinrecht, Mietrecht & Wohnungseigentumsrecht, Steuerrecht, Verkehrsrecht 0931 22222 0931 22222

Ausgewählte Rechtstipps zum Thema „Mahnung und Inkasso“

Wussten Sie schon?

Inkassobüros haben nicht den besten Ruf. Oftmals zu recht. Bezahlen Sie deshalb nichts vorschnell, sondern prüfen Sie erst nach, ob alles korrekt zugeht. Ein Inkassobüro muss beim Amts- oder Landgericht zugelassen und registriert sein. Ob das der Fall ist, können Sie im Rechtsdienstleitungsregister nachlesen. Aus dem Schreiben des Inkassobüros muss die Registrierung hervorgehen.

Offene Forderung prüfen 

Es lohnt sich auch nachzuprüfen, ob die Forderung überhaupt berechtigt ist. Liegt wirklich eine unbezahlte Rechnung vor? Welche Rechnung offen ist, um welchen Betrag es sich genau handelt, und wann der Kaufvertrag zustande kam, sollte im Schreiben aufgeführt sein.

Seriöse Inkassounternehmen 

Ein seriöses Inkassobüro wird nur tätig, wenn ein Gläubiger es beauftragt hat, in seinem Namen eine offene Rechnung einzufordern. Es muss aus dem Schreiben hervorgehen, dass der Gläubiger das Büro bevollmächtigt hat, in seinem Sinne zu handeln. Es kann auch sein, dass der Gläubiger die offene Rechnung an ein Inkassobüro abgetreten hat. Dann zieht das Inkassobüro im eigenen Namen das Geld ein.

Ein Inkassobüro, das mit dem Gerichtsvollzieher oder der Kontopfändung droht, das ständig neue Zahlungsaufforderungen mit steigenden Gebühren verschickt, agiert unseriös. Ein seriöses Büro setzt im Schreiben eine Zahlungsfrist und erhebt nachvollziehbare Verzugszinsen, Mahnkosten und Inkassogebühren.

Checkliste: Mahnung und Inkasso – So reagieren Sie richtig

Mahnkosten sind zu hoch

Mehr als drei Euro Mahnkosten müssen Sie nicht akzeptieren. Sie können durchaus die Rechnung einfach bezahlen und die Mahnkosten eigenständig kürzen. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass der Gläubiger deshalb weitere Schritte unternimmt. Sinnvoll ist es aber, dem Unternehmen in einem Schreiben mitzuteilen, warum Sie den Betrag gekürzt haben.

Inkasso ohne in Verzug setzen 

Erhalten Sie Post vom Inkassobüro, ohne sich vorher in Verzug zu befinden, ist dies nicht rechtens. Ohne diese Voraussetzung brauchen sie keinerlei Gebühren, die vom Inkassobüro geltend gemacht werden, zahlen.

Inkassoforderung ist nicht gerechtfertigt

Vielleicht ist gar keine Rechnung mehr offen und Sie bekommen doch Post vom Inkassobüro. Diese sind nicht angehalten die Forderungen zu überprüfen. Haben Sie bereits der Rechnung des Gläubigers widersprochen, sollten sie das Inkassobüro von dem Schreiben in Kenntnis setzen und eine Begleichung der Rechnung verweigern. Widersprechen Sie andernfalls der Zahlungsaufforderung des Inkassobüros. Reagieren Sie auf jeden Fall auf das Schreiben. Einfach ignorieren ist keine Option, auch wenn die Forderung nicht gerechtfertigt ist.

Offensichtlicher Betrug

Mit Drohungen gespickte Zahlungsaufforderungen verschicken Betrüger häufig per E-Mail. Solche Mails können Sie getrost löschen, ohne darauf reagieren zu müssen. Manchmal kommt aber auch ein Brief nach Hause. Darin ist dann die Rede von einem Vertrag, den Sie angeblich geschlossen haben, zum Beispiel ein teures Abo. Widersprechen Sie in diesem Fall schriftlich und lehnen Sie die Zahlung ab. Zahlen Sie nichts, was nicht gerechtfertigt ist, auch Teilzahlungen können als Schuldeingeständnis gelten.

Wie hoch sind Inkassogebühren?

Ein Inkassobüro darf unter zwei Voraussetzungen Gebühren verlangen: Es muss tatsächlich eine unbezahlte Rechnung vorliegen und der Käufer muss in Zahlungsverzug sein. Die Gebühren, die eine Inkassofirma für ihre Dienste berechnen darf, sind gedeckelt. Das Büro kann genau so viel berechnen, wie ein Rechtsanwalt nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) ansetzen würde.

Die Höhe der Gebühren richten sich nach dem offenen Rechnungsbetrag. Hinzu kommt eine Auslagenpauschale. Sie darf 20 Prozent der Kosten betragen, maximal 20 Euro. Hat der Gläubiger die Forderung an ein Inkassobüro abgetreten und tritt dies nun selbst als Gläubiger auf, darf der Geldeintreiber nicht auch noch Inkassogebühren berechnen. Aus dem Schreiben muss hervorgehen, ob das Inkassobüro der neue Gläubiger ist. Sollten Sie als Schuldner die Inkassogebühren nicht bezahlen können bzw. den offenen Rechnungsbetrag, sollten Sie sich mit dem Inkassobüro in Verbindung setzen und möglichst eine Ratenzahlung vereinbaren. 

Wie bewerten Sie diese Seite?