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Rechtsanwalt Pferdehaltung Rechtsanwälte | anwalt.de

Bei der Pferdehaltung muss gemäß dem Tierschutzgesetz darauf geachtet werden, dass die Bedürfnisse von Pferden erfüllt werden. Bereits vor dem Pferdekauf sollte sich der zukünftige Reiter daher um eine entsprechende Unterkunft für sein Pferd, die eine artgerechte Tierhaltung ermöglicht, kümmern. Schließlich kann man sein Pferd nicht einfach in den eigenen Garten bringen. So wird der Garten zumeist wohl zu klein sein für eine Pferdehaltung. Aber auch das Baurecht wird dem Pferdekäufer grundsätzlich einen Strich durch die Rechnung machen. So ist die Pferdehaltung im Innenbereich etwa unzulässig, wenn sie einem Bebauungsplan widerspricht. Wurde die Pferdehaltung dagegen explizit in einem Bebauungsplan erlaubt - das ist der Fall bei der landwirtschaftlichen Pferdehaltung - oder existiert kein Bebauungsplan und die Pferdehaltung fügt sich in die nähere Umgebung ein - z. B. gibt es in der Nachbarschaft bereits Pferdepensionen -, so ist die Pferdehaltung im Innenbereich zulässig. So ist die Pferdehaltung also in einem ländlichen Gebiet trotz der Emissionen eher zu dulden, nicht aber mitten in der Stadt. Zu beachten ist aber, dass dies nicht für die Hobbyhaltung gilt, sondern nur für die landwirtschaftliche Pferdehaltung. Im Außenbereich ist die Pferdehaltung grundsätzlich zu vermeiden, da der Umweltschutz den Interessen eines Pferdehalters vorgeht.

Die Pferdehaltung ist nicht nur eine Freizeitaktivität; viele verdienen ihr Geld damit, z. B. im Rahmen der Pferdezucht, der Pensionspferdehaltung oder des Reitunterrichts. Der Züchter, Landwirt oder Lehrer muss jedoch vor Aufnahme der Tätigkeit nicht nur wichtige Fragen im Steuerrecht - etwa, ob er land- und forstwirtschaftliche oder gewerbliche Einkünfte hat - klären, sondern unter anderem auch im Versicherungsrecht. Es ist daher stets zu empfehlen, eine Haftpflicht abzuschließen, die im Versicherungsfall - also wenn das Pferd einem Dritten einen Personenschaden oder Sachschaden zufügt - einstandspflichtig ist. Denn bereits ein Pferdebiss kann die sog Tierhalterhaftung nach § 833 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) bzw. die Haftung des Tieraufsehers gemäß § 834 BGB und damit einen Anspruch des Geschädigten auf Schadenersatz auslösen. Beim Abschluss eines Pferdepensionsvertrags sollte rechtzeitig der Vertragsinhalt geklärt werden. Denn auch wenn im Vertrag häufig eine sog. Boxenmiete vereinbart wird, wurde in der Regel kein Mietvertrag, sondern ein Verwahrungsvertrag geschlossen, der nicht nur das Unterstellen des Pferdes in einer Box umfasst, sondern die gesamte erforderliche Pflege des Tieres, z. B. Fütterung, Verbringen auf die Weide oder Pflege. Sollte der Eigentümer des Tieres jedoch das vereinbarte Entgelt nicht zahlen, steht dem Landwirt beim Verwahrungsvertrag jedoch kein Pfandrecht am Pferd zu, bei einem Mietvertrag - wenn also lediglich die Box vermietet wurde - hingegen schon. Um späteren Streitigkeiten der Vertragsparteien vorzubeugen, sollte der Vertrag übrigens schriftlich abgeschlossen werden.

Nach dem Pferderecht ist bei der Pferdehaltung vor allem auf die Belange der Pferde Rücksicht zu nehmen. Sie sind Lauf- und Herdentiere. Sofern sie also stets alleine in einer Box gehalten werden, ohne eine Möglichkeit auf Auslauf und Sozialkontakte zu haben, läge keine artgerechte Haltung vor. Es sollte den Tieren somit stets ermöglicht werden, auf einer Weide mit anderen Pferden zusammenzutreffen. Im Übrigen würde eine bloße Boxenhaltung auch zu gesundheitlichen Problemen führen. Besonderes Augenmerk ist unter anderem auf das Futter zu legen; eine einseitige Ernährung ist zu vermeiden. Wie groß die Futterration sein sollte, hängt unter anderem von dem Körpergewicht des Pferdes sowie von den an das Tier gestellten Leistungsanforderungen ab, also ob es z. B. als Sportpferd oder als Nutztier für die Landwirtschaft dienen soll. Im Übrigen sollte ferner stets ausreichend Wasser - am besten im Rahmen der Selbsttränkung - für die Pferde zur Verfügung stehen.

(VOI)

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