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Trennungsunterhalt: Die wichtigsten Infos zur Berechnung!

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Nach einer Trennung müssen Ehegatten in finanzieller Hinsicht plötzlich auf eigenen Beinen stehen? Nicht ganz! Während der Trennungszeit sind Ehepaare weiterhin füreinander verantwortlich. Als nicht erwerbstätiger oder geringer verdienender Ehepartner haben Sie deshalb einen Anspruch auf Trennungsunterhalt!

Die wichtigsten Fakten

  • Nach einer Trennung sind Ehepaare weiterhin finanziell füreinander verantwortlich.
  • Der Einkommensschwächere hat dann Anspruch auf Trennungsunterhalt.
  • Die Berechnung ist komplex und muss immer im Einzelfall erfolgen.
  • Mit der Scheidung endet der Anspruch auf Trennungsunterhalt.
  • Der Trennungsunterhalt kann nicht durch einen Ehevertrag ausgeschlossen werden.

So gehen Sie vor

  1. Gesamt-Jahreseinkommen addieren.
  2. Durchschnittliches Monatseinkommen errechnen.
  3. Bereinigtes Monats-Nettoeinkommen ermitteln.
  4. Erwerbstätigenbonus beachten.
  5. Selbstbehalt des Unterhaltspflichtigen beachten.

Was ist Trennungsunterhalt?

Beim Trennungsunterhalt handelt es sich um eine Unterhaltszahlung an getrennte Ehepartner. Umgangssprachlich wird auch vom Scheidungsunterhalt gesprochen. Durch ihn soll gewährleistet werden, dass beide Partner während der Trennungszeit finanziell abgesichert sind und den gleichen Lebensstandard wie vor der Trennung genießen können.

Dies beruht auf dem Grundsatz, dass beide Partner während der Ehe finanzielle Verantwortung füreinander tragen. Das gilt auch bei einer Trennung weiter – erst nach einer rechtskräftigen Scheidung sieht die Rechtslage anders aus.

Trennungsunterhalt berechnen

Trennungsunterhalt berechnen

Ehepartnern ohne Einkommen bzw. mit geringem Einkommen haben während der Trennungszeit einen Anspruch auf Trennungsunterhalt.

Jetzt Anspruch prüfen!

Wann bekommt man Trennungsunterhalt?

Trennungsunterhalt gibt es vom Trennungsdatum bis zum Tag, an dem die Scheidung rechtskräftig wird. In der Regel dauert die Trennungszeit mindestens ein Jahr. Diese Zeit wird auch Trennungsjahr genannt. Erst nach Ablauf des Trennungsjahres ist das Einreichen des Scheidungsantrags beim Familiengericht überhaupt möglich.

In manchen Fällen dauert die Trennungszeit länger als ein Jahr. Das kann z. B. sein, wenn die Ehepartner auch nach einem Jahr der Trennung noch keinen festen Entschluss zur Scheidung gefasst haben, oder wenn sich die Scheidung aufgrund hohen Klärungsbedarfs rund um Unterhalt, Sorgerecht und Hausrat hinauszieht. In dem Fall besteht die gesamte Trennungszeit über ein Anspruch auf Trennungsunterhalt.

Der Unterhaltsanspruch endet

  • am Tag der rechtskräftigen Scheidung oder
  • bei Versöhnung und dauerhaftem erneuten Zusammenwohnen der Ehepartner.

Voraussetzungen für den Bezug von Trennungsunterhalt

Die Anspruchsvoraussetzungen für Trennungsunterhalt sind gesetzlich in § 1361 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) geregelt. Demnach müssen folgende Voraussetzungen vorliegen:

  • Die Ehepartner leben vollständig voneinander getrennt.
  • Die Ehe ist noch nicht geschieden.
  • Ein Partner hat ein geringeres Einkommen, ist also bedürftig.
  • Der andere Partner ist leistungsfähig.
Trennungsunterhalt berechnen

Trennungsunterhalt berechnen

Ehepartnern ohne Einkommen bzw. mit geringem Einkommen haben während der Trennungszeit einen Anspruch auf Trennungsunterhalt.

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Kann man den Trennungsunterhalt überhaupt selbst berechnen?

Wichtig zu wissen ist: Anders als etwa beim Kindesunterhalt, für den durch die Düsseldorfer Tabelle feste Unterhaltssätze vorgegeben werden, gibt es beim Trennungsunterhalt keine gesetzlich festgelegten Beträge.

Die Berechnung des Trennungsunterhalts orientiert sich am Lebensstandard, den die Ehepartner während der Zeit des Zusammenlebens führten. Die Unterhaltszahlung dient dazu, diesen Standard auch während der Trennung aufrechtzuerhalten. Eine eigenständige Berechnung des Trennungsunterhalts ist in der Regel praktisch unmöglich und sollte immer von einem Rechtsanwalt vorgenommen werden bzw. wird vom zuständigen Gericht durchgeführt.

Grundlagen für die Berechnung des Trennungsunterhalts

Für eine grobe Einschätzung kann man sich an folgender Berechnung orientieren:

Berechnung bei einem erwerbstätigen Ehegatten

Zunächst werden die Gesamteinkünfte eines Jahres zusammengerechnet und aus dem Ergebnis ein durchschnittliches Monatseinkommen ermittelt. Anhand dieses Betrags wird das bereinigte Nettoeinkommen berechnet. Das bedeutet, vom Monatsdurchschnitt des erwerbstätigen Partners werden zunächst noch bestimmte Beträge abgezogen, z. B.:

  • Schulden
  • berufsbedingte Aufwendungen
  • Unterhaltszahlungen für Kinder
  • Kosten für die Krankenversicherung

Der verbleibende Betrag steht theoretisch beiden Partnern je zur Hälfte zu. Ist von den Ehegatten jedoch nur einer erwerbstätig, erhält dieser einen sogenannten Erwerbstätigenbonus. Die Gerichte gewähren in solchen Fällen deshalb überwiegend nicht eine Unterhaltsquote von 50:50, sondern von 3/7 zu 4/7 für den Erwerbstätigen.

Berechnung bei zwei erwerbstätigen Ehegatten

Haben beide Ehepartner ein eigenes Einkommen, bekommen beide den Erwerbstätigenbonus in Höhe von 1/7 des gesamten Einkommens. Vom verbleibenden Betrag wird die Hälfte ermittelt. Wer von beiden mehr verdient, muss die Hälfte der Differenz an den anderen als Trennungsunterhalt zahlen.

Trennungsunterhalt berechnen

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Ehepartnern ohne Einkommen bzw. mit geringem Einkommen haben während der Trennungszeit einen Anspruch auf Trennungsunterhalt.

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Berechnungsbeispiel

Die Ehefrau hat ein bereinigtes Nettoeinkommen von 3000 € monatlich, der Ehemann verfügt über kein eigenes Einkommen. Dem Mann stehen damit rund 1285 € zu (3/7 von 3000 €). Der Frau bleiben ca. 1715 €.

Trennungsunterhalt vs. nachehelicher Unterhalt

Der Trennungsunterhalt ist nicht zu verwechseln mit dem nachehelichen Unterhalt. Während der Trennungsunterhalt immer vom Trennungsdatum bis zur Scheidung gezahlt wird, besteht der Anspruch auf nachehelichen Unterhalt nach rechtskräftiger Scheidung nur unter strengen Voraussetzungen.

Beim „Ehegattenunterhalt“ handelt es sich um einen Überbegriff, der sowohl den Trennungsunterhalt als auch den nachehelichen Unterhalt umschließt.

Familienrecht - ehegattenunterhalt-1

Verzicht auf Trennungsunterhalt?

So ist es gesetzlich in § 1614 BGB geregelt. Aus diesem Grund kann der Trennungsunterhalt auch nicht durch einen Ehevertrag ausgeschlossen werden. Enthält der Ehevertrag eine solche Klausel, ist der gesamte Vertrag unwirksam! Auch der Güterstand ist irrelevant – selbst im Falle einer Gütertrennung hat der geringer verdienende Ehepartner einen Anspruch auf Trennungsunterhalt.

Der Grund dafür: Die Trennungszeit gehört noch zur Ehezeit und während dieser sind die Ehegatten finanziell füreinander verantwortlich. Durch den Trennungsunterhalt wird ausgeschlossen, dass ein Ehepartner auf Sozialleistungen angewiesen wäre, obwohl der andere genügend für beide verdient.

Trennungsunterhalt berechnen

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Ehepartnern ohne Einkommen bzw. mit geringem Einkommen haben während der Trennungszeit einen Anspruch auf Trennungsunterhalt.

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Von
Theresa Fröh
anwalt.de-Redaktion