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Rechtsanwalt Flugverspätung Rechtsanwälte | anwalt.de

Die Fortbewegung mit einem Flugzeug birgt viele Risiken wie eine Flugverspätung, ein Flugausfall oder Gepäckverlust. Oft ist der Ärger groß, weil man z. B. kostbare Urlaubszeit verloren und manchmal auch den Anschlussflug verpasst hat, obwohl man rechtzeitig, also mindestens 45 Minuten vor Abflug, am Check-in eintrifft und eine bestätigte Buchung vorlegen kann. Natürlich stellt sich deswegen bei einer Flugverspätung für den Passagier die Frage nach einer Entschädigung.

Sofern man den Flug bei einer EU-Fluggesellschaft gebucht hat oder der Startflughafen in der EU liegt, ist eine EU-Verordnung, die sog. Fluggastrechteverordnung, anwendbar. Danach liegt eine Flugverspätung erst vor bei einer Abflugverspätung von mindestens zwei Stunden. Des Weiteren wird eine Flugverspätung angenommen, wenn zwar der Flieger relativ pünktlich oder mit einer geringen Verspätung abhob, man jedoch den Anschlussflug verpasst und daraufhin verspätet am Zielflughafen ankommt. Aber erst ab drei Stunden Flugverspätung kann der Passagier gemäß § 7 einen pauschalen Ausgleichsanspruch von bis zu 600 Euro verlangen. Zu beachten ist hierbei, dass die Höhe der Leistung von der Flugstrecke abhängt. So können beispielsweise bei einem Flug über eine Entfernung von 1000 Kilometern und einer Flugverspätung von drei Stunden nur 250 Euro verlangt werden.

Daneben regelt die EU-Verordnung noch weitere Fluggastrechte im Falle einer Flugverspätung oder der Flugannullierung wie z. B. Schadenersatz, Erstattungsansprüche bzw. Betreuungsleistungen wie etwa Verpflegung mit Essen.

Wird jedoch rechtzeitig ein Alternativflug von der Fluggesellschaft angeboten oder waren außergewöhnliche Umstände Schuld an der Flugverspätung, können die Passagiere keine Ansprüche gegen das Flugunternehmen geltend machen. Außergewöhnliche Umstände liegen aber nur vor, wenn die Fluggesellschaft darauf keinen Einfluss hatte, z. B. ein Streik bei einem anderen Unternehmen, ein Vulkanausbruch oder Schneetreiben.

Darüber hinaus kann der Passagier, der eine Pauschalreise gebucht hat, gegenüber dem Reiseveranstalter eine Reisepreisminderung oder schlimmstenfalls den Reiserücktritt erklären. Denn die Flugverspätung stellt dann einen Reisemangel nach § 651c I BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) dar. Immerhin hat sich der Reiseveranstalter im Reisevertrag dazu verpflichtet, eine mangelfreie Leistung zu erbringen.

Die Geltendmachung der Forderung gegen die Fluggesellschaft bzw. den Reiseveranstalter erfolgt grundsätzlich im Rahmen von einem Zivilprozess. Man muss also Klage bei Gericht einreichen, trägt aber das Prozessrisiko sowie unter Umständen die Prozesskosten, also z. B. Gerichtskosten oder Anwaltsgebühren. Unter Umständen kann man daher auch ein Mediationsverfahren bei einem Mediator durchführen und damit außergerichtlich einen Konsens mit dem Reisveranstalter bzw. der Fluggesellschaft erreichen.

(VOI)

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