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Rechtsanwalt Unternehmensbewertung Rechtsanwälte | anwalt.de

Eine Unternehmensbewertung benötigt man unter anderem nach einer Schenkung bzw. einer Erbschaft eines Unternehmens oder beim Firmenverkauf, z. B. wenn niemand bereit ist, das Familienunternehmen zu übernehmen. Auch nach der Scheidung einer Ehe kann eine Unternehmensbewertung nötig werden, wenn etwa einer der früheren Ehepartner den Zugewinnausgleich geltend macht. Wer eine Existenzgründung anstrebt, aber keine Firmengründung oder Franchising in Betracht zieht, für den bietet sich die Unternehmensnachfolge an. Auch hier muss der Kaufinteressent rechtzeitig wissen, wie viel das betreffende Unternehmen wert ist, um zu vermeiden, dass er sich wirtschaftlich übernimmt.

Gerade bei Verkaufsverhandlungen spielt die Unternehmensbewertung eine wichtige Rolle. Ist sie doch die Basis für die Berechnung des Kaufpreises. Je höher der Unternehmenswert ist, desto tiefer muss der Erwerber theoretisch in die Tasche greifen. Daneben spielt aber z. B. auch das Verhandlungsgeschick der Parteien eine wichtige Rolle. Es ist somit vor Unterschrift vom Vertrag wichtig, eine sog. Due Diligence durchzuführen, also das Unternehmen unter anderem darauf zu prüfen, ob es in der Nähe Konkurrenten gibt oder ob man als Käufer erst noch mehr Kapital investieren muss, um das Geschäft wieder zum Laufen zu bringen.

Im Rahmen der Unternehmensbewertung können verschiedene Bewertungsmethoden angewandt werden, mit denen man jeweils zu unterschiedlichen Ergebnissen kommt. Die zwei wichtigsten sind

  • die Ertragswertmethode bzw.
  • die Substanzwertmethode.

Bei der Substanzwertmethode werden sämtliche Vermögensgegenstände (z. B. Maschinen, Immobilien, Fuhrpark) im Unternehmen addiert. Davon werden wiederum die Verbindlichkeiten abgezogen. Die Unternehmensbewertung bemisst sich also danach, was es kosten würde, das Unternehmen in demselben Zustand neu zu errichten. Dabei bleiben immaterielle Wirtschaftsgüter, wie z. B. eine Marke oder ein Patent, aber auch der Wert der Firma oder die Kenntnisse der Beschäftigten unberücksichtigt. Damit bietet sich die Substanzwertmethode grundsätzlich nur an, wenn die materiellen Wirtschaftsgüter im Unternehmen überwiegen.

In der Regel erfolgt die Unternehmensbewertung jedoch nach der Ertragswertmethode. Danach gilt, dass sich der Unternehmenswert nach den zukünftigen Erträgen des Unternehmens bestimmt. Letztere kennt man zwar noch nicht, man zieht aber die Erträge der letzten drei bis fünf Jahre - korrigiert um z. B. einmalige Ausgaben - als Schätzungsbasis heran. Stille Reserven sind übrigens zu berücksichtigen. Eine besondere Rolle spielt ferner der sog. Kapitalisierungszinssatz, bestehend aus Basiszinssatz und Risikozuschlag. Je geringer der Kapitalisierungszinssatz ist, desto höher ist in der Regel der Ertragswert. Mit ihm ist ein Vergleich möglich zwischen den Renditen des Unternehmenskaufs und einer anderen Kapitalanlage. Denn der Käufer würde das Unternehmen niemals erwerben, wenn er z. B. beim Wertpapierhandel eine günstigere Verzinsung bekommen würde als durch den Unternehmenskauf.

Eine Unternehmensbewertung ist sehr kompliziert. Daher sollte man rechtzeitig einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer kontaktieren und ihn um Hilfe bei der Unternehmensbewertung bitten.

(VOI)

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