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Insolvenz - Was Sie wissen und beachten müssen!

Was ist eine Insolvenz?

Schulden zu haben bedeutet nicht gleichzeitig, insolvent zu sein. „Insolvent“ ist man erst dann, wenn sich derartig viele Schulden angesammelt haben, dass man nicht mehr in der Lage ist diese zu tilgen.

Genau genommen bezeichnet die Insolvenz die allgemeine Zahlungsunfähigkeit eines Schuldners in Zusammenhang mit einem gerichtlichen Verfahren, das zur Schuldenbereinigung dienen soll. Dieses Verfahren wird als Insolvenzverfahren bezeichnet.

Welche Insolvenzverfahren gibt es?

In Deutschland gibt es zwei verschiedene Insolvenzverfahren:

  • Privatinsolvenz
  • Regelinsolvenz

Eine Privatinsolvenz können nur Privatpersonen (Verbraucher) oder ehemalige Selbstständige beantragen. Ziel der Privatinsolvenz ist es, sich von den Schulden innerhalb von drei, fünf oder höchstens sechs Jahren zu befreien und sich finanziell zu erholen. Bevor man jedoch einen Antrag auf Privatinsolvenz stellen kann, muss man zuerst mit den Gläubigern verhandeln. Der sogenannte außergerichtliche Einigungsversuch ist zwingend notwendig für die Antragstellung.

Sind Unternehmen zahlungsunfähig, können sie auch Insolvenz anmelden. Zur Regelinsolvenz berechtigt sind sowohl Personengesellschaften als auch Kapitalgesellschaften und Freiberufler oder Selbstständige. Das für Unternehmen vorgesehene Insolvenzverfahren nennt sich Regelinsolvenz und endet entweder mit einer Sanierung oder Liquidation. Eine Regelinsolvenz dauert in der Regel sechs Jahre, kann jedoch auch auf drei oder fünf Jahre verkürzt werden.

Wo muss eine Insolvenz beantragt werden?

Um eine Unternehmensinsolvenz oder Privatinsolvenz zu beantragen müssen Sie selbst bei dem für Sie zuständigen Insolvenzgericht einen Antrag stellen. Um herauszufinden, welches Gericht für Sie zuständig ist, gehen Sie nach Ihrem Wohnort. Laut § 3 Abs. 1 InsO Sie bei dem Amtsgericht einen Antrag stellen, in dessen Bezirk Sie Ihren Wohnsitz haben.

Wann kann ich einen Insolvenzantrag stellen?

Hier ist zwischen der Unternehmensinsolvenz und der Regelinsolvenz zu unterscheiden.


Um einen Antrag auf Privatinsolvenz stellen zu können, müssen Sie vorher erfolglos versucht haben sich mit Ihren Gläubigern außergerichtlich zu einigen. Das heißt: Sie müssen sich mit Ihren Gläubigern treffen und Ihre gesamten Schulden sowie Vermögensverhältnisse offen legen. Anhand dessen wird ein sogenannter Schuldenbereinigungsplan erstellt, der den Gläubigern zeigt, wie Sie Ihre Schulden tilgen könnten. Akzeptieren Ihre Gläubiger den Schuldenbereinigungsplan nicht, können Sie einen Antrag auf Privatinsolvenz stellen.

Als Unternehmer hingegen können Sie auch ohne Einigungsversuch mit Ihren Gläubigern einen Antrag auf Unternehmensinsolvenz stellen. Jedoch gilt es Fristen zu beachten! Sie müssen zwingend innerhalb von drei Wochen ab Eintritt Ihrer Zahlungsunfähigkeit einen Antrag auf Unternehmensinsolvenz stellen, ansonsten kann Ihnen ein Verfahren wegen Insolvenzverfahren drohen.

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