Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Erstberatung im Strafrecht – Rechtsanwalt ja oder nein – welche Gebühren kommen auf mich zu

(29)

Zu Beginn eines ersten Kontakts mit der Polizei und Justiz steht zunächst eine bedeutende Frage für den Betroffenen.

Ist es sinnvoll, einen Strafverteidiger zu beauftragen?

Erstberatung:

In aller Regel wird man zunächst mit einem konkreten Tatvorwurf konfrontiert. Die meisten Bürger hatten bis zu diesem Zeitpunkt weder Kontakt zur Polizei noch zur Justiz und sind entsprechend verunsichert. Aus dieser Verunsicherung erwächst eine Angst, die sich bekanntlich als schlechter Ratgeber erweist.

Eine Erstberatung ist in aller Regel kostenpflichtig. Die Gebühr ergibt sich aus § 34 Abs. 1 Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG). Sie darf bei einem Verbraucher höchstenfalls 190,00 EUR zzgl. MwSt. betragen und ist auch nicht in jedem Fall angemessen. Ein Rechtsanwalt muss grundsätzlich auch nicht über die Kosten einer Erstberatung aufklären, da stets von einer Kostenpflicht ausgegangen werden muss.

Was ist eine Erstberatung

In einer Erstberatung kann auf Grundlage des geschilderten Sachverhalts eine Einschätzung durch einen Rechtsanwalt erfolgen. In welchem Verfahrensstadium befindet sich der Betroffene, welche verfahrensrechtlichen Umstände muss er erwarten? Wie geht es weiter und welche folgenden Schritte sind sinnvoll? Auch die Frage, welche Strafe schlimmstenfalls bei dem konkret geschilderten Sachverhalt in Betracht kommt, können dabei erörtert werden – allerdings lediglich auf Grundlage der einseitigen Schilderung des Betroffenen.

Nicht immer ist eine Erstberatung sinnvoll

Oftmals bedarf es auch einer gründlichen Erörterung des Sachverhaltes, um bestehende Fragen und Ängste des Betroffenen umfassend und abschließend zu beantworten. Eine Akteneinsicht ist in aller Regel Grundvoraussetzung für eine sorgfältige rechtliche Würdigung, die aber gerade von einer Erstberatung nicht umfasst ist. Im Einzelfall kann auch aufgrund der geringen Schwere des Schuldvorwurfs eine Erstberatung und Vertretung entbehrlich sein.

Ob und inwieweit die anwaltliche Vertretung letztlich sinnvoll ist, ist nur schwerlich einer abschließenden Antwort zugänglich. Bereits im Ermittlungsverfahren gibt es eine Vielzahl taktischer Mittel, die zu einer Einstellung der Sache führen können und auf die eine Verteidigung Einfluss nehmen kann. Letztlich ist für eine solche Einschätzung eine sorgfältige Akteneinsicht erforderlich.

Ein Betroffener sollte sich deshalb die Erstberatung gut überlegen, da aus einem vermeintlich kostengünstigen anwaltlichen Rat (so gehen viele von keiner Kostenpflicht der Erstberatung aus) eine erhebliche Gebühr erwachsen kann. Aus der Verunsicherung der Betroffenen sollte aber kein Profit geschlagen, sondern diese ernst genommen und etwaige Fragen ehrlich beantwortet werden.

Gerne erörtere ich mit Ihnen, ob eine Erstberatung oder die Beauftragung eines Strafverteidigers sinnvoll ist. Rufen sie mich an oder schreiben sie mir eine E-Mail.


Rechtstipp vom 29.04.2016
aus der Themenwelt Behörden und Konflikte und dem Rechtsgebiet Strafrecht

Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps des Autors