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Rechtsanwalt Vorstellungsgespräch: Ihr Anwalt für kompetente Rechtsberatung

Der Begriff Vorstellungsgespräch stammt aus dem Arbeitsrecht und stellt einen wichtigen Schritt in jedem Bewerbungsverfahren dar.

Vorstellungsgespräch dank guter Bewerbungsunterlagen?

Das Vorstellungsgespräch ist im Bewerbungsverfahren erst der zweite Schritt. Zunächst einmal muss man dem potenziellen Arbeitgeber eine überzeugende Bewerbung zukommen lassen. Zu den wichtigsten Bewerbungsunterlagen gehören Anschreiben, Lebenslauf, jedes Arbeitszeugnis, Zertifikate und evtl. auch Arbeitsproben.

Daneben ist es wichtig, bereits jetzt so viele Informationen wie möglich über den potenziellen Arbeitgeber und das Stellenangebot zu sammeln. Erstens kann man seine Bewerbung damit individualisieren und zweitens dem Personaler vermitteln, wie sehr man an der zu vergebenden Stelle interessiert ist. So kann man etwa im Internet, aber auch in anderen Medien wie Zeitungen viele Informationen über das Unternehmen sammeln. Gerade weil die Informationsbeschaffung heutzutage relativ einfach ist, wirkt ein Mangel an Kenntnissen z. B. über die Firmenpolitik daher besonders negativ und verringert die Chance, zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden, erheblich.

Wie läuft ein Vorstellungsgespräch ab?

Der Ablauf eines Vorstellungsgesprächs ist zumeist immer der gleiche: Nach der Begrüßung folgen etwas Small Talk und dann die Selbstdarstellungen des potenziellen Arbeitgebers und des Bewerbers. Danach werden die manchmal gefürchteten Fragen zu den Kompetenzen und Vorstellungen des Bewerbers gestellt und eventuell bereits Vertragsinhalte abgeklärt. Auch der Bewerber erhält die Möglichkeit, dem Personaler Fragen z. B. zum Unternehmen zu stellen. Aber: Der Arbeitsvertrag sollte zu diesem Zeitpunkt keinesfalls unterschrieben werden – besser ist es, man lässt ihn sich zuschicken oder nimmt ihn zur genaueren Überprüfung mit nach Hause. Nach Klärung etwaiger weiterer Fragen oder der Vereinbarung eines zweiten Vorstellungsgesprächs verabschiedet man sich.

Allgemeines zum Vorstellungsgespräch

Der potenzielle Arbeitgeber lädt zu einem Vorstellungsgespräch ein, wenn ihm die schriftlichen Bewerbungsunterlagen des Arbeitsuchenden gut gefallen haben. Er ist am Bewerber interessiert und möchte sich nun persönlich davon überzeugen, ob dieser auch hält, was er in der Bewerbung versprochen hat, ob er sympathisch und fachlich kompetent wirkt. Einen Arbeitsvertrag wird er dem Bewerber schließlich nur zum Unterschreiben vorlegen, wenn er davon überzeugt ist, dass dieser zum Unternehmen passt und eine Zusammenarbeit möglich ist. Haben sich die Parteien geeinigt, wird zumeist auch schon im Vorstellungsgespräch der Vertrag und sein Inhalt zu einem weiteren Diskussionsthema. So wird etwa geklärt, wie hoch das Gehalt vor und nach der Probezeit ausfällt, ob und unter welchen Bedingungen eine Weiterbildung ermöglicht wird, wie viel Urlaub dem Interessenten zusteht oder in welchem Fall eine etwaige Provision fällig wird.

Die Fragen im Vorstellungsgespräch

Neben angemessener Kleidung, der richtigen Körperhaltung und dem sicheren Auftreten des Bewerbers zählt für den Personaler auch, wie seine Fragen im Bewerbungsgespräch beantwortet werden.

Krankheit

Doch nicht jede Frage ist im Vorstellungsgespräch erlaubt. So darf z. B. nicht gefragt werden, wie oft der Arbeitsuchende wegen Arbeitsunfähigkeit nicht zur Arbeit gehen konnte. Anderes gilt nur, wenn die Krankheit auf den Betriebsablauf Auswirkungen hätte bzw. ansteckend wäre. Wer sich beispielsweise um eine Stelle als Krankenschwester bewirbt, muss die Frage nach ansteckenden Krankheiten wie Aids wahrheitsgemäß beantworten.

Vorstrafen, Gewerkschaftszugehörigkeit etc.

Des Weiteren ist im Vorstellungsgespräch die Frage nach einer Vorstrafe zulässig, wenn sie für die berufliche Tätigkeit von Bedeutung ist – also eine besondere Vertrauensstellung vorausgesetzt wird – bzw. der potenzielle Chef ein berechtigtes Interesse an der Beantwortung der Frage hat. So wird eine Bank wohl niemanden einstellen, der bereits einen Diebstahl begangen hat. Auch eine Krankenschwester, die etwa Arzneimittel oder Betäubungsmittel nach dem BTMG – Betäubungsmittelgesetz – aus der Arbeit mitgenommen hat, oder eine Kassiererin, die öfters Geld aus der Kasse geklaut hat, wird von Arbeitgebern grundsätzlich als unzuverlässig empfunden.

Verboten ist allerdings die Frage nach einem eingestellten Ermittlungsverfahren – auch ein laufendes Strafverfahren muss in der Regel nicht vom Bewerber angegeben werden. Schließlich gilt hier zunächst die Unschuldsvermutung. Ebenfalls darf generell nicht nach der Zugehörigkeit zu Gewerkschaften oder nach einer Schwangerschaft gefragt werden.

Behinderung

Um einer Diskriminierung vorzubeugen, darf der Arbeitgeber im Vorstellungsgespräch auch nicht nach einer Behinderung bzw. einer Schwerbehinderung fragen. Eine Ausnahme gibt es aber: Kann die Tätigkeit wegen einer Behinderung nicht vertragsgemäß ausgeübt werden, ist die Frage im Bewerbungsgespräch zulässig. Fragen über Fragen, doch wenn sie unzulässig sind, steht dem Bewerber das Recht auf Lüge zu, d. h., er darf absichtlich die Unwahrheit sagen.

Studium, Ausbildung etc.

Erlaubt sind dagegen z. B. Erkundigungen über das Studium oder die Ausbildung des Bewerbers, ob er bereits einen Nebenjob oder eine Fahrerlaubnis hat. Hier hat der Bewerber also eine Aufklärungspflicht, er muss die Fragen wahrheitsgemäß beantworten.

Diskriminierung nach dem AGG?

Wer glaubt, im Bewerbungsgespräch etwa wegen seines Alters, seiner Religion, einer Schwerbehinderung, seiner ethnischen Herkunft oder einer Gewerkschaftszugehörigkeit nicht eingestellt worden zu sein, kann versuchen, eine Entschädigung wegen Diskriminierung bzw. Schadenersatz zu erhalten. Bei der außergerichtlichen Geltendmachung der Forderung oder der Vorbereitung und Einreichung einer Klage kann ein Arbeitsrechtsanwalt helfen.

Anspruch auf Kostenerstattung?

Egal, ob das Vorstellungsgespräch erfolgreich war oder nicht: Der Bewerber kann seine Vorstellungskosten gemäß § 670 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) vom potenziellen Arbeitgeber erstattet verlangen, sofern die Aufwendungen nötig waren, um das Bewerbungsgespräch wahrnehmen zu können. Dazu gehören z. B. die Kosten für ein Bahnticket, in der Regel aber keine Flugkosten.

(VOI)

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Thema Vorstellungsgespräch

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