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Coronavirus & Kurzarbeitergeld: Was Arbeitgeber und Arbeitnehmer jetzt wissen sollten

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Coronavirus & Kurzarbeitergeld: Was Arbeitgeber und Arbeitnehmer jetzt wissen sollten
Meldet der Arbeitgeber Kurzarbeit an, erhalten die Arbeitnehmer Kurzarbeitergeld. Kurzarbeitergeld erhalten ausschließlich Personen, die sich in einem ungekündigten, sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis befinden.

Die wichtigsten Fakten zum Kurzarbeitergeld

  • Müssen Unternehmen wegen der Corona-Krise Kurzarbeit anordnen und kommt es dadurch zu Entgeltausfällen, können betroffene Beschäftigte Kurzarbeitergeld erhalten.
  • Diese Leistung muss vom Arbeitgeber bei der zuständigen Agentur für Arbeit beantragt werden.
  • Voraussetzung ist, dass die üblichen Arbeitszeiten vorübergehend wesentlich verringert werden müssen.
  • Durch das Eilgesetz der Bundesregierung kann die Auszahlung von Kurzarbeitergeld bereits erfolgen, wenn zehn Prozent der Beschäftigten in einem Betrieb von einem Entgeltausfall von mindestens 10 Prozent betroffen sind.
  • Das Kurzarbeitergeld ist eine Leistung der Arbeitslosenversicherung und berechnet sich nach dem Nettoentgeltausfall.
  • Die Arbeitsagenturen zahlen das Entgelt für bis zu 12 Monate, die Bundesregierung kann die Bezugsdauer auf 24 Monate verlängern.

Wer erhält Kurzarbeitergeld? 

Kurzarbeitergeld erhalten ausschließlich Personen, die sich in einem ungekündigten, sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis befinden. Damit haben auch Arbeitnehmer in einem befristeten Arbeitsverhältnis Anspruch auf Kurzarbeitergeld. Folgende Personen können kein Kurzarbeitergeld erhalten:

  • Minijobber
  • Rentner
  • Bezieher von Krankengeld
  • Auszubildende

Unternehmen können für ihre Arbeitnehmer Kurzarbeitergeld beantragen, indem sie sich an die zuständige Arbeitsagentur für Arbeit wenden und Kurzarbeit anzeigen. Der Antrag ist innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Monaten einzureichen. Das heißt, es wird maximal drei Monate ab Antrag rückwirkend ausgezahlt.

Wann kann Kurzarbeitergeld beantragt werden?

Damit Arbeitgeber Kurzarbeitergeld für die Arbeitnehmer beantragen können, müssen folgende Voraussetzungen vorliegen: 

  • erheblicher Arbeitsausfall mit Entgeltausfall
  • betriebliche Voraussetzungen
  • persönliche Voraussetzungen
  • Arbeitsausfall wurde der Agentur für Arbeit angezeigt

Ein erheblicher Arbeitsausfall liegt vor, wenn wirtschaftliche Gründe durch unabwendbare Ereignisse (wie das Coronavirus) vorliegen, die zu einem Wegfallen der Arbeitsgrundlage des Betriebs führen (z. B. zu Auftragseinbrüchen).

Der Bundestag hat kurzfristig rückwirkend zum 1. März 2020 ein neues Gesetz verabschiedet. Damit können Betriebe Kurzarbeitergeld bereits dann nutzen, wenn nur 10 % der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sind. Bisher musste ein Drittel der Arbeitnehmer davon betroffen sein.

Darüber hinaus muss der Arbeitsausfall zudem vorübergehend und unvermeidbar sein. Unvermeidbar bedeutet, dass Überstunden- und Arbeitszeitkonten vorrangig abgebaut werden müssen. Wichtig: Auf den Aufbau negativer Arbeitszeitsalden soll jedoch rückwirkend zum 01. März 2020 bis Ende 2020 (Stand Referentenentwurf vom 19. März 2020) verzichtet werden.

Wie hoch ist das Kurzarbeitergeld?

Kurzarbeitergeld ist eine Leistung der Arbeitslosenversicherung, um das Minus beim normalen Entgelt, das durch Kurzarbeit entsteht, teilweise auszugleichen. Es berechnet sich nach dem Nettoentgeltausfall und ersetzt grundsätzlich rund 60 Prozent des ausgefallenen Nettoentgelts.

Es steigt auf 67 Prozent, wenn mindestens ein Kind mit im Haushalt des Betroffenen lebt. Bei der Berechnung wird nicht das „normale“ Netto aus der Lohnabrechnung verwendet, sondern ein sogenanntes pauschaliertes Nettoentgelt. Die Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung, die auf das Kurzarbeitergeld entfallen, werden von der Bundesagentur für Arbeit rückwirkend ab dem 1. März 2020 übernommen.

Eine Tabelle zur Berechnung des Kurzarbeitergeldes (Kug) sowie entsprechende Beispiele finden Arbeitnehmer auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit unter folgendem Link: https://www.arbeitsagentur.de/datei/kug050-2016_ba014803.pdf


Bei einem Nebenjob hängt die Höhe des Kurzarbeitergeldes von dem Zeitpunkt ab, an dem das Arbeitsverhältnis aufgenommen wurde. Hatten Sie den Nebenjob bereits zuvor, ist der Verdienst daraus für die Berechnung des Kurzarbeitergeldes unerheblich. Nehmen Sie den Nebenjob erst danach auf, werden die Einkünfte aus diesem bei der Berechnung des Kurzlohns berücksichtigt – der Kurzlohn wird entsprechend gekürzt. 

Wie lange erhält man Kurzarbeitergeld?

Die Arbeitsagentur zahlt Kurzarbeitergeld für bis zu 12 Monate. Die Bundesregierung kann die Bezugsdauer per Rechtsverordnung auf bis zu 24 Monate verlängern. Arbeitnehmer, denen gekündigt wurde, erhalten kein Kurzarbeitergeld. Zeitarbeitsunternehmen können für ihre Arbeitnehmer Kurzarbeitergeld beantragen. 

Wichtige Links zum Thema

Übersichtsseite zu Coronavirus Kurzarbeit & Kurzarbeitergeld

https://www.arbeitsagentur.de/unternehmen/finanziell/kurzarbeitergeld-uebersicht-kurzarbeitergeldformen

Kurzarbeitergeld online anzeigen (für Arbeitgeber)

https://www.arbeitsagentur.de/unternehmen/finanziell/kurzarbeitergeld-bei-entgeltausfall 

Kurzarbeit anzeigen (Vordruck der Arbeitsagentur)

https://www.arbeitsagentur.de/datei/anzeige-kug101_ba013134.pdf 

(COL)

Foto : ©Shutterstock/GaudiLab

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