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Rechtsanwalt Architektenhaftung Rechtsanwälte | anwalt.de

Die Architektenhaftung ist immer zu bejahen, wenn der Architekt seine vertraglichen Pflichten verletzt hat. Kein Architektenvertrag - das ist in der Regel ein Werkvertrag nach den §§ 631 ff. BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) - ist jedoch gleich. Schließlich können der Architekt und sein Auftraggeber im Rahmen der Leistungsbeschreibung ausdrücklich vereinbaren, welche Aufgaben der Architekt übernimmt, also z. B. die Vollarchitektur oder nur eine oder mehrere der insgesamt neun Leistungsphasen. Der Bauherr kann somit keinen Schadenersatz verlangen, wenn er z. B. Baumängel entdeckt, die Objektüberwachung aber keine Pflicht des Architekten aus dem Vertrag dargestellt hat. In diesem Fall könnte der Architekt daher sein volles Architektenhonorar verlangen.

Hat der Architekt die Vollarchitektur übernommen, muss er grundsätzlich für jede Abweichung vom vereinbarten Zustand haften. So hat er etwa die finanziellen Möglichkeiten seines Auftraggebers bei der Planung zu berücksichtigen und eine Kalkulation der Baukosten vorzunehmen sowie grundsätzlich einen Kostenvoranschlag zu erstellen. Außerdem muss er sehr gute Kenntnisse im Baurecht haben und beim Bau von Immobilien z. B. dafür sorgen, dass jede einzelne Abstandfläche eingehalten wird, die Baubehörde den Bauantrag absegnet und damit die erwünschte Baugenehmigung erteilt sowie Planungsfehler vermieden werden. So läge etwa ein Mangel vor, wenn der Architekt den Bebauungsplan bei der Planung nicht berücksichtigt hat und der Bauherr daher keine Baugenehmigung erhält. Eine Architektenhaftung wäre damit zu bejahen. Ein Architekt muss jedoch eine Haftpflicht abzuschließen. Die Versicherung ist dann im Schadensfall zumeist einstandspflichtig.

Die gerichtliche Geltendmachung der Forderung im Rahmen der Architektenhaftung verursacht zumeist sehr hohe Prozesskosten und Anwaltskosten. Der Bauherr kann daher von Anfang an mit dem Architekten eine Streitschlichtung nach der SOBau (Schlichtungs- und Schiedsordnung für Baustreitigkeiten) vereinbaren. Bei dieser außergerichtlichen Konfliktlösung helfen Baurechtsexperten dabei, die Baustreitigkeiten friedlich und zur Zufriedenheit der betreffenden Parteien beizulegen. Es müssen jedoch die Fristen der Verjährung beachtet werden: Gemäß § 634a BGB verjähren die Mängelansprüche des Bauherrn bei Bauwerken in fünf Jahren und bei sonstigen Planungsleistungen in zwei Jahren ab der Bauabnahme.

(VOI)

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