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Rechtsanwalt Steuererklärung Rechtsanwälte | anwalt.de

Die Steuererklärung dient dazu, um im Wege der Veranlagung die ordnungsgemäße Besteuerung von steuerpflichtigen natürlichen und juristischen Personen sicherzustellen. Aus diesem Grund sind sie in den meisten Fällen regelmäßig für einen bestimmten Veranlagungszeitraum dazu verpflichtet, durch eigene Angaben die Grundlagen für die jeweilige Festsetzung der jeweils zu zahlenden Steuer mitzuteilen.

Besondere Ereignisse verpflichten zudem zu außerordentlichen Steuererklärungen wie etwa hinsichtlich eventuell zu zahlender Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer. So ist im Fall einer empfangenen Erbschaft von den Erben eine Erbschaftsteuererklärung bzw. bei einer Schenkung vom Beschenkten eine Schenkungsteuererklärung abzugeben.

Bei Nichtabgabe, fehlenden oder unplausiblen Angaben droht insbesondere Gewerbetreibenden und Freiberuflern die Anordnung einer Betriebsprüfung durch das Finanzamt.

Arten der Steuererklärung

Zu den bekanntesten Arten der Steuererklärung zählen die Einkommensteuererklärung und die Umsatzsteuererklärung bzw. Umsatzsteuer-Voranmeldung. Hinzukommen Steuererklärungen, die Gewerbesteuer und die Körperschaftsteuer betreffen. Auch die Lohnsteueranmeldung stellt eine Steuererklärung dar. Außerdem sind Personengesellschaften oder Einzelunternehmen bei abweichender örtlicher Zuständigkeit einer Behörde bei Feststellung von Grundlagen für die Einkommensbesteuerung zu einer Steuererklärung verpflichtet.

Diese Steuererklärungen müssen regelmäßig erfolgen. Eine bekannte Abgabefrist ist der 31. Mai, der etwa für die Einkommensteuererklärung gilt. Besteht keine Abgabepflicht ist trotzdem die freiwillige Abgabe der Steuererklärung möglich. Die Fälle der Freiwilligkeit reduzieren sich jedoch auf wenige Ausnahmen. So führt bereits ein Nebenjob mit einem Nebenverdienst von mehr als 410 Euro im Jahr zur Abgabepflicht. Auch eingetragene Freibeträge verpflichten zur Steuererklärung.

Ob Abgabepflicht oder nicht, sinnvoll ist die Abgabe immer, wenn steuerbegünstigende Umstände vorliegen, weil das Finanzamt sonst keine Kenntnis davon erlangt. So etwa bei über der Werbungkostenpauschale liegenden Werbungskosten, wie etwa der Kosten für ein heimisches Arbeitszimmer oder der Pendlerpauschale bzw. Entfernungspauschale. Des Weiteren können sich Sonderausgaben vorteilhaft bei der Steuer auswirken. Auch Nebenkosten bei der Miete lassen sich absetzen. Ein weiterer Grund kann eine geschlossene Ehe oder Lebenspartnerschaft sein, die die Zusammenveranlagung bei der Einkommensteuer ermöglicht. Müssen Partner mehrere Haushalte führen, spielt vor allem die doppelte Haushaltsführung eine Rolle. Aufgrund der Steuererklärung führt das Finanzamt in bestimmten Fällen eine Günstigerprüfung durch. Dies betrifft etwa Kinderfreibeträge und Kindergeld oder bei Kapitalerträgen etwa in Form von Zinsen hinsichtlich der Abgeltungsteuer. Auch bei freiwilliger Abgabe ist die Inanspruchnahme eventueller Steuervorteile in zeitlicher Hinsicht nicht unbegrenzt möglich. Angaben lassen sich maximal bis zu vier Jahre nach Ende des jeweiligen Veranlagungszeitraums geltend machen. Zur Steuererklärung gehören natürlich auch belastende Angaben. Geldwerter Vorteil, wie er sich etwa durch einen Dienstwagen ergibt, wirkt sich bei Anwendung der 1-Prozent-Regelung direkt aus und erfordert keine besonderen Angaben. Stattdessen kann aber zur Feststellung der tatsächlichen Kosten auch ein Fahrtenbuch geführt werden, das jedoch mit mehr Aufwand verbunden ist.

Elektronische Abgabe der Steuererklärung

In immer mehr Fällen ist die Abgabe nur noch elektronisch möglich. Die Verwaltung bietet hierfür das Programm ELSTER an, dass die Abgabe über das Internet ermöglicht. Verpflichtend ist die elektronische Abgabe unter anderem hinsichtlich der Mehrwertsteuer für Umsatzsteuer-Voranmeldungen, im Falle einer Kapitalanlage für die Kapitalertragsteuer-Voranmeldung oder eine zu erstellende Einnahmeüberschussrechnung ab dem Wirtschaftsjahr 2011.

Einspruch gegen Steuerbescheid

Infolge der abgegebenen Steuererklärung erhält der Erklärende einen Steuerbescheid, der seine jeweilige Steuerlast feststellt. Wer damit nicht einverstanden ist, muss Einspruch dagegen einlegen. Lehnt das zuständige Finanzamt diesen ab, so wird eine Klage vor dem Finanzgericht notwendig.

Folgen bei verspäteter bzw. nicht abgegebener Steuererklärung

Bei verspäteter Abgabe der Steuererklärung erfolgt in der Regel ein Säumniszuschlag. Bei Nichtabgabe einer Steuererklärung droht zudem eine Steuerschätzung, der normalerweise die Aufforderung zur Abgabe der Steuererklärung vorausgeht. Die Schätzung fällt dabei in der Regel zulasten des Steuerpflichtigen aus. Das heißt, dass sich aufgrund der getroffenen Annahmen in der Regel eine höhere Besteuerung als bei Abgabe der Steuererklärung ergibt. Selbst wenn sich eine günstigere Besteuerung ergibt, befreit dies den Erklärungspflichtigen nicht von der Abgabe. Denn diese besteht nicht nur unabhängig vom Ergebnis der Steuerschätzung fort. Lässt ein Steuerpflichtiger es auf der fehlerhaften für ihn vorteilhaften Schätzung beruhen, droht zudem ein Ermittlungsverfahren wegen Steuerhinterziehung.

Da Steuerverfahrensrecht wie materielles Steuerrecht hochkomplex sind, empfiehlt sich hier besonders das Heranziehen von Fachleuten. Bei der Erstellung der Steuererklärung ist ein Steuerberater hilfreich. Er kann nicht nur weitere Steuervorteile entdecken. Auch die Abgabefrist für manche Steuererklärungen verschiebt sich auf diese Weise um mehrere Monate in der Regel bis ans Jahresende. Bei rechtlichen Problemen ist insbesondere ein Steueranwalt die richtige Anlaufstelle. Er übernimmt die gerichtliche und außergerichtliche Vertretung im Rahmen eines Steuerstreits oder falls Konsequenzen durch das Steuerstrafrecht droht. Das gilt vor allem aber nicht zuletzt dann, wenn dem Mandanten wegen einer vorgeworfenen Steuerhinterziehung ein Strafverfahren droht, das bei ungünstigem Ausgang zu einer Geldstrafe oder gar Freiheitsstrafe führen kann. Falls eine noch nicht entdeckte Steuerhinterziehung vorliegt, ist fachlicher Rat vor allem bei der Formulierung einer Selbstanzeige ratsam. Denn dabei begangene Fehler gefährden die damit verfolgte Straffreiheit.

(GUE)

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ist Bestandteil des Rechtsgebiets Steuerrecht