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Die Gleichstellung im Arbeitsrecht

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Anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März 2018 ist erneut deutlich geworden, dass es noch immer Missstände in Hinblick auf die Gleichstellung von Frau und Mann in der Arbeitswelt gibt. Dazu zählen unter anderem schlechtere Karrierechancen von Frauen, Lohnunterschiede sowie die Diskriminierung von Frauen am Arbeitsplatz.

In der Geschichte der Frauenrechte in der Arbeitswelt ist zunächst der 3. Mai 1957 zu nennen, an dem der Deutsche Bundestag das „Gesetz über die Gleichberechtigung von Mann und Frau auf dem Gebiet des bürgerlichen Rechts“ beschloss. Ziel war es, die in Artikel 3 Absatz 2 des Grundgesetzes festgeschriebene Gleichberechtigung von Frau und Mann im Bundesrecht umzusetzen. Es sollte jedoch noch weitere 23 Jahre dauern, ehe 1980 im Bürgerlichen Gesetzbuch das Recht auf gleiches Entgelt von Frauen und Männern und eine Verpflichtung zur geschlechtsneutralen Stellenausschreibung festgeschrieben wurde. 

Im Jahr 2001 wurde der Anspruch auf Verringerung der wöchentlichen Arbeitszeit im Teilzeit- und Befristungsgesetz verankert. Bei den Teilzeitbeschäftigten handelt es sich überwiegend um berufstätige Mütter mit minderjährigen Kindern. Dies ist kritisch zu sehen, denn die Teilzeitbeschäftigung führt dazu, dass Frauen weniger in die Sozialversicherungen einzahlen; zudem gelingt oftmals die Rückkehr in den Vollzeitjob nicht. 

Heutzutage arbeiten Frauen auch häufiger in sogenannten ausschließlich geringfügig entlohnten Beschäftigungen, haben also neben ihrem Minijob keine weitere Anstellung: Zwei von drei ausschließlich geringfügig Beschäftigten sind Frauen.

Im Hinblick auf den sogenannten Gender Pay Gap – das Lohngefälle zum Nachteil von Frauen –, ist durch das neu geschaffene Entgelttransparenzgesetz keine Abhilfe zu erwarten: Zum einen unterliegt der Auskunftsanspruch zum Gehalt weitreichenden Einschränkungen. Zum anderen führt eine festgestellte Benachteiligung nicht automatisch zur Anpassung an das höhere Gehalt.

Weitere arbeitsrechtliche Neuerungen zur Verbesserung der Rechtsstellung der Frauen im Arbeitsleben sind das „Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst“ sowie die Reform des Mutterschutzgesetzes.

Es bleibt festzuhalten, dass sich in den letzten 100 Jahren seit Einführung des Frauenwahlrechts einiges geändert hat. Jedoch gibt es in tatsächlicher Hinsicht noch immer keine Gleichberechtigung. Das zeigt unter anderem auch der Frauenanteil unter den Führungskräften – an der Spitze großer Unternehmen bleiben Männer nach wie vor unter sich. 

Es gibt daher noch viel zu tun, um die Gleichstellung von Frau und Mann im Arbeitsleben zu erreichen. Laila Dåvøy, ehemals norwegische Ministerin für Kinder und Familie, hat es so formuliert: „Gleichheit wird es erst geben, wenn in den Vorständen auch unfähige Frauen sitzen.“

Weitere Informationen unter: http://www.kanzlei-hentschel.de/

Wir unterstützen Sie gerne bei der Durchsetzung Ihrer Rechte.

Hentschel Rechtsanwälte

– Die Arbeitnehmerkanzlei –

Arbeitsrecht aktuell. In Göttingen, Kassel & bundesweit. 


Rechtstipp vom 21.03.2018
Aktualisiert am 26.03.2018
aus der Themenwelt Lohn, Gehalt und Tantiemen und dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

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